Neues Volksblatt: "Störfeuer" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 12. August 2010

Linz (OTS) - Es blieb gestern SPÖ-Geschäftsführerin Laura Rudas vorbehalten, das Koalitionsklima weiter zu vergiften, indem sie sich im Gespräch mit einem Gratisblatt eine Rücktrittsaufforderung an die Justizministerin in den Mund legen ließ. Ihr Rückzieher, sie habe nicht den Rücktritt von Claudia Bandion-Ortner verlangt, sondern mehr "Aktivität" gefordert, macht deswegen die Sache nicht besser, weil sie Dienstagabend gegenüber der APA sagte, dass Bandion-Ortner "normalerweise rücktrittsreif wäre". Diese Aussage hat sie gestern nicht zurückgenommen. Und so wird sich ihr eigener Parteichef Werner Faymann schön bedanken, dass ihm seine Parteisekretärin ausrichtet, dass ein Mitglied des Kabinetts Faymann "rücktrittsreif wäre". Dass sich seitens der ÖVP offiziell niemand zur verunglückten Polit-Turnerei von Rudas geäußert hat, dokumentiert den Stellenwert, den man ihr beimisst. Bloß: Die junge Dame gilt als ministrabel und Schützling von Faymann. Er sollte ihr den guten Rat geben, in Zeiten wie diesen nicht laut vor sich hin zu sinnieren, sondern den Parteiladen am Laufen zu halten. Die Koalition kann solche Störfeuer nicht brauchen - zumal schon die Bilder des gescheiterten Kabinetts Gusenbauer-Molterer an die Wand gemalt werden.

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