"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter "Das Übel Berlusconi"

Politiker dürfen keine Medien besitzen - weder direkt noch indirekt.

Wien (OTS) - Silvio Berlusconi ist wieder einmal in Schwierigkeiten. Sein Koalitionspartner Gianfranco Fini setzt ihn unter Druck. In solchen Situationen hat Berlusconi immer zwei Verbündete: die besten Rechtsanwälte des Landes und die Medien. Die staatliche RAI ist inzwischen gleichgeschaltet und berichtet nur in Nuancen anders als die Zeitungen und TV-Anstalten, die der Familie Berlusconi gehören. Und da geht es nicht immer fein zu (siehe Seite 7).
In Österreich läuft das subtiler. Wenn im ORF ein Direktor weggemobbt wird, führt das wenigstens noch zu großen Berichten. Der unerträgliche Zugriff der Parteien auf das einstige Leitmedium wird -noch - thematisiert. Je mehr der ORF unter Druck kommt, desto wichtiger ist die Unabhängigkeit der Zeitungen. Dazu gehören klare Eigentumsverhältnisse. Der KURIER gehört zu 50,56 % der Raiffeisen-Gruppe und zu 49,44 % dem Essener WAZ-Verlag. Es gibt aber auch Zeitungen, wo undurchsichtige Stiftungskonstruktionen zu Spekulationen führen, eine Partei stecke dahinter. Bei Stiftungen müssten Stifter und Begünstigte offengelegt werden. Gerade unser kleines Land braucht diese Transparenz. Nationalrat - bitte handeln.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002