FSG-Peschek: Nur jeder 9. Wiener Betrieb bildet Lehrlinge aus!

Tag der Jugend soll zum Umdenken der Unternehmer führen - die Jugend braucht Zukunftsperspektiven

Wien (OTS/FSG) - "Der morgige Tag der Jugend soll die Unternehmen zum Umdenken führen. Denn nur jeder 9. Betrieb bildet in Wien Lehrlinge aus. Leider betreiben viele Betriebe daher einen Raub an der Zukunft der Jugend", so Christoph Peschek, Wiener Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG).

"In Summe gibt es in Wien 118.403 Betriebe. Rechnet man nun davon die 85.860 Einpersonen-Unternehmen weg, bleiben 34.543 Wiener Privat-Unternehmen über, und von diesen bilden nur 3.815 aus. Dementsprechend bildet nur jeder 9. Wiener Betrieb Lehrlinge aus. Gleichzeitig wird aber ein Fachkräftemangel beklagt. Facharbeitskräfte fallen nicht vom Himmel, daher sollen die Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Denn die Gesellschaft finanziert über Steuern Infrastruktur, Bildung, Sicherheit und Sozialsystem", so Peschek.

"Mit Ende Juli fallen in Wien auf 2.288 Lehrstellensuchende nur 417 offene Lehrstellen, das bedeutet ein Verhältnis von 5,5:1. Derzeit sind 9.385 Jugendliche im Alter zwischen 15 bis 24 Jahren in Wien ohne Stelle. Dass wir in Europa die drittniedrigste Jugendarbeitslosigkeit haben, ist erfreulich, dennoch wollen wir Weltmeister werden! Daher sollen verantwortungslose Betriebe einen spürbaren Beitrag in den Berufsausbildungsfonds leisten. Damit ausbildungswillige Betriebe gefördert werden können und wir mehr finanzielle Möglichkeiten für Arbeitsmarktpolitik haben", fordert der Junggewerkschafter.

"Offenbar war die Studie der Wiener Wirtschaftskammer ein gemeinsames Ablenkungsmanöver der Reichenpartei-ÖVP und der Lehrlingsverräter-FPÖ, um von der fehlenden Ausbildungsbereitschaft abzulenken. Nicht die Jugendlichen sind zu dumm bzw. das Problem, sondern die Betriebe rauben ihnen ihre Zukunftsperspektiven. Wir wollen Bildungsreformen, wie zum Beispiel die gemeinsame sowie die ganztägige Schule, und einen echten Berufsausbildungsfonds", so Peschek abschließend.

FSG, 11. August 2010

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