ÖGJ: Tag der Jugend als Anlass für Ausbildung nehmen!

Wirtschaft bietet heuer um 5.000 Lehrstellen weniger an als vor zwei Jahren

Wien (OTS/ÖGB) - "Den Tag der Jugend sollte die Wirtschaft zum schönen Anlass nehmen, wieder mehr Lehrlinge auszubilden", fordert der stv. Vorsitzende der österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Rene Pfister, anlässlich des UNO-Tags der Jugend am 12. August. Heuer werden um 5.000 Lehrstellen weniger angeboten als noch vor zwei Jahren - und das trotz hoher Förderungen. Die ÖGJ hat ein umfassendes Konzept zur Reform der Lehrausbildung vorgelegt.++++

Zum Beispiel erhalten Betriebe bis zu 3.000 Euro pro Lehrling, wenn diese einen Praxistest absolvieren, also einen Ausbildungsnachweis zur Mitte der Lehrzeit. "Die Lehrlinge hingegen bekommen davon meistens gar nichts. Es darf doch nicht sein, dass Lehrlinge die Leistung bringen, sich in ihrer Freizeit auf den Praxistest vorbereiten und nachher nur einen warmen Händedruck dafür bekommen. Wir fordern einen gerechten Anteil der Kohle für die Lehrlinge", sagt Pfister. Mehr: www.operation-praxistest.at

Bildungs-Investitionen statt Feiertagsreden

Um den Jugendlichen optimale Voraussetzungen für die Zukunft auf den Weg zu geben, sind nicht Feiertagsreden, sondern Investitionen in das Bildungssystem notwendig. Derzeit geht ein riesiges Bildungspotential verloren, weil Kinder aus "bildungsfernen" Familien aus dem Bildungssystem gedrängt werden, statt deren Fähigkeiten gezielt zu fördern. "Durch eine gemeinsame Schule für alle 6- bis 15-Jährigen soll die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg nicht schon nach der Volksschule gefällt werden", fordert Pfister. Durch flächendeckende Ganztagsbetreuung sollen Eltern nicht mehr für teure private Nachhilfe zahlen oder selbst den Kindern beim Lernen helfen müssen.

Mehr Mitbestimmung für arbeitende Jugendliche

Noch immer haben nicht alle Lehrlinge das Recht auf demokratische Vertretung im Betrieb. "Damit die Jugendvertrauensräte in Zukunft auch wirklich alle Lehrlinge vertreten können, ist eine Wahlrechtsänderung notwendig", sagt Pfister, denn immer mehr Jugendliche treten nicht gleich nach der Pflichtschule in die Lehre ein, sondern erst, nachdem sie einige Jahre eine weiterbildende Schule besucht haben.

Viele dieser Lehrlinge können weder aktiv noch passiv an einer Jugendvertrauensratswahl teilnehmen, obwohl sie in der betrieblichen Praxis vom Jugendvertrauensrat (JVR) informiert und betreut werden. "Die ÖGJ fordert daher die Anhebung des Wahlalters zum aktiven Wahlrecht von derzeit 18 Jahren auf 21 Jahre für alle ArbeitnehmerInnen, und das Wahlrecht für alle, die darüber hinaus in einem Lehrverhältnis stehen", so Pfister. Auch die Rechte der JugendvertrauensrätInnen, zum Beispiel auf Bildungsfreistellung, müssen gestärkt werden. Mehr: www.oegj.at/jugendvertrauensrat

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