LR Anschober: Laufzeitverlängerung für älteste deutsche Atomreaktoren wäre verantwortungslos

Renneberg-Studie zeigt höheres Risiko und zunehmend mehr meldepflichtige Komponenten- und Bauteildefekte

Linz (OTS) - Dr. Wolfgang Renneberg war bis 2009 Abteilungsleiter für Atomaufsicht im deutschen Umweltministerium. Vor wenigen Wochen wurde seine Studie zu den ältesten acht deutschen Atomreaktoren fertiggestellt. Sie kommt zum Schluss (Zitate Renneberg aus Zusammenfassung und Schlussfolgerung): "...dass bei alten Kernkraftwerken Fehler, die durch Alterung zumindest mitverursacht sind, zunehmen. Bei den Kraftwerken der älteren Baulinie ist die altersbedingte Fehlerrate wesentlich höher.......Alterungseffekte und konzeptionelle Schwächen vermindern ihre Betriebssicherheit im Vergleich zu neuen Reaktoren deutlich..........der Weiterbetrieb der ältesten acht Anlagen (Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Unterweser, Brunsbüttel, Krümmel, Isar 1, Philippsburg 1) würde das allgemeine Risiko des Betriebs von Atomkraftwerken deutlich überproportional erhöht..."

Auch die offizielle Statistik des deutschen Umweltministeriums über meldepflichtige Ereignisse der Ursachenklasse "Komponenten- und Bauteildefekte" von 1993 bis 2008 zeigt eine deutliche Zunahme dieser Ereignisse bei den ältesten Reaktoren. So lagen von 1993 bis 2000 im AKW Isar1 15 Meldungen, von 2001 bis 2008 hingegen 29 Meldungen vor. Ähnlich die Entwicklung bei den anderen Alt-Reaktoren.
Isar1 liegt keine 100km von Oberösterreich entfernt. 1977 in Betrieb gegangen, sollte Isar1 nach der bisherigen Gesetzeslage im kommenden Jahr stillgelegt werden. Nun drohen langjährige Laufzeitverlängerungen.

Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "Es geht bei der Entscheidung um die Laufzeitverlängerungen bei den deutschen Atomkraftwerken um ein elementares Sicherheitsinteresse der österreichischen Bevölkerung. Bis Oktober wird die Entscheidung über die Laufzeitverlängerung fallen. Wo aber bleibt eine Initiative der österreichischen Bundesregierung? Die Zeit drängt, es bleiben nur noch 6-7 Wochen bis zur definitiven Entscheidung - es ist allerhöchste Zeit, dass Kanzler und Vizekanzler, Außen- und Umweltminister endlich handeln und direkte Gespräche mit der deutschen Regierung starten."

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