Hauptbahnhof Wien: Landstraße und Favoriten kommen sich näher

Neue Brücken verbinden das Arsenal mit dem Sonnwendviertel - auch aus der Wieden kommt man besser nach Favoriten

Wien (OTS) - Wien bekommt einen neuen Hauptbahnhof mit einem neuen Stadtviertel. Zwischen Südtiroler Platz und Gudrunstraße wird bereits intensiv gebaut. Die Fundamente des neuen Bahnhofs sieht man schon. Aber auch die ersten neuen Verbindungen zu den Nachbarbezirken kann man schon erahnen, wie Planungs- und Verkehrsstadtrat DI Rudi Schicker bei der Baustellenbesichtigung unterstreicht. "Denn das neue Stadtviertel beim Hauptbahnhof wird mit den umliegenden Grätzeln durch ein dichtes Wegenetz bestens verknüpft".

Die Gleisanlagen des ehemaligen Frachtenbahnhofes bildeten für viele Jahre eine unüberwindbare Barriere zwischen dem Arsenal und Favoriten. Mit dem neuen Hauptbahnhof wird das anders. "Durch die Errichtung eines modernen Durchgangsbahnhofs wird Wien mit allen unseren Nachbarländern verbunden und so zu einer der wichtigsten Verkehrsdrehschreiben Europas.", betont ÖBB-Gesamtprojektleiter Dr. Karl-Johann Hartig.

Jenseits des Wiedner Gürtels, zwischen Arsenalstraße und Sonnwendgasse bis hinauf zur Gudrunstraße entsteht ein neues, rund 59 ha großes Stadtviertel mit einem großzügigen zentralen Park. Eine Straßenunterführung in Verlängerung der Ghegastraße und zwei Brücken ermöglichen, dass auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Arsenals den neuen Park sowie Kindergarten, Schule, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten im neuen Stadtviertel beim Hauptbahnhof bequem erreichen können. Vom Fasanviertel wird man über die Schweizergartenstraße direkt ins neue Stadtviertel und zum ostseitigen Ausgang des Bahnhofes gelangen. Die Straße führt unter dem Bahnhof hindurch Richtung Sonnwendgasse und Gudrunstraße. Auch der 4. und der 10. Bezirk rücken zusammen: So wird man sowohl von der Mommsen- als auch von der Argentinierstraße ins neue Stadtviertel und unter dem Bahnhof durch bis ins Herz Favoritens gehen, radeln oder mit dem Auto fahren können. Wichtig ist der Stadt jedoch, Durchzugsverkehr im Stadtviertel zu vermeiden. Deshalb ist AutofahrerInnen eine direkte Durchfahrt durch das Gebiet nicht möglich.

Pfeiler der Südbahnhofbrücke stehen bereits

Auch wenn es bis zur Eröffnung des Hauptbahnhofes und bis zur Besiedlung des neuen Stadtteils noch dauert: Die ersten der neuen Verbindungen sind bereits jetzt sichtbar: "So zum Beispiel die eindrucksvollen ypsilonförmigen Pfeiler für die neue Südbahnhofbrücke am südlichen Ende des neuen Stadtviertels beim Hauptbahnhof", erläutert Schicker. Eine etwa 102 Meter lange Bogenbrücke wird künftig in Verlängerung der Franz-Grill-Straße die Arsenalstraße und die Bahngleise einschließlich der künftigen Autoreisezuganlage überqueren. Sie mündet in einem Rechtsbogen direkt ins neue Stadtviertel ein. "Es handelt sich um eine kombinierte Brücke mit eigenen und selbstverständlich barrierefreien Wegen für Fußgänger-und RadfahrerInnen sowie zwei Fahrspuren für Kraftfahrzeuge", so DI Gerhard Sochatzy von der MA 29. Mit der Errichtung der Fundamente und Pfeiler für die neue Brücke wurde im Frühjahr 2010 begonnen. Ab September werden die Brückenteile vor Ort montiert. "In Betrieb genommen wird die Südbahnhofbrücke jedoch erst 2015, wenn der Hauptbahnhof fertig ist und auch die ersten Wohnungen im neuen Stadtviertel besiedelt sind", so Stadtrat DI Rudi Schicker.

Zwischen Südbahnhofbrücke und der geplanten Verlängerung der Ghegastraße unter den Gleisen hindurch ins neue Stadtviertel ist ein Fuß- und Radwegsteg über die Bahnanlagen geplant, der vom Arsenal direkt auf die Sonnenterrassen des neuen Parks und zum geplanten Bildungscampus führt. Der Baubeginn für den Steg erfolgte gleichzeitig mit jenem für die Südbahnhofbrücke.

Erster Blick auch auf Straßenverlauf unter dem Bahnhof

In Verlängerung der Mommsen- und der Argentinierstraße werden künftig die Karl-Popper-Straße und die Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße das Geschäftsviertel am neuen Hauptbahnhof erschließen. Die Straßen werden unter dem Bahnhof durch bis ins neue Stadtviertel südlich der Gleisanlagen geführt. Die Unterführungen sind bereits jetzt zu erkennen. Die Decke über der Straßentrasse ist zum Teil schon betoniert.

Durch die 36 m breite und 120 m lange Unterführung in Verlängerung der Karl-Popper-Straße fährt künftig auch die Straßenbahnlinie D. Diese wird von der Arsenalstraße über die Canettistraße (verlängerte Schweizergartenstraße) in einer ersten Baustufe bis zum Bahnhof verlängert. Ende 2012, wenn die ersten Züge im Hauptbahnhof Wien einfahren, wird auch die Linie D unter dem Bahnhof halten. Damit ist eine optimale Anbindung der Linie D an den Hauptbahnhof gegeben. In der Unterführung wird es neben je einer Fahrspur je Richtung auch Einrichtungsradwege und Gehsteige geben.

Die Unterführung im Verlauf der Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße (verlängerte Argentinierstraße) ist 28 m breit und 120 m lang. Es sind Gehsteige, bauliche Einrichtungsradwege sowie je 2 Fahrstreifen pro Richtung geplant. In beiden Unterführungen wird auf eine sehr gute Beleuchtung geachtet, damit keine Angsträume entstehen.

Inbetriebnahme der Straßen rund um den Hauptbahnhof ab Dezember 2012

"Die neuen Straßen, Wege und Brücken rund um den Bahnhof bzw. im neuen Stadtviertel werden je nach Lage zeitgleich mit der Teil-Inbetriebnahme des Bahnhofes im Dezember 2012 und der Besiedlung der ersten Wohnungen und Büros ab 2013/14 fertig gestellt und für den Verkehr frei gegeben", schließt DI Bernhard Engleder von der MA 28. Die Südbahnhofbrücke und der Arsenalsteg werden 2015 in Betrieb genommen. (Schluss) Lay

Bilder in Kürze unter: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragen & Kontakt:

DI Vera Layr
Mediensprecherin StR. DI Rudolf Schicker
Tel.: +43 1 4000-81420
vera.layr@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0006