ARBÖ: Zustandekommen der Spritpreise ist nicht transparent

Auch bei der Preisauszeichnung sind weitere Verbesserungen nötig

Wien (OTS) - Das Zustandekommen der Spritpreise ist
intransparenter denn je, stellt der ARBÖ fest und bekräftigt damit die jüngste Kritik der Bundeswettbewerbsbehörde. Anders als von ihnen jahrelang behauptet, halten sich die Mineralölfirmen bei den Treibstoffpreisen nicht generell an die Spotmarktpreise in Rotterdam, sondern verrechnen immer wieder Ferien- und Feiertagszuschläge. Jüngstes Beispiel: Zu Ferienbeginn gab es bei Diesel einen Ferienzuschlag von bis zu 6,5 Cent pro Liter.

Bei sinkenden Preisen in Rotterdam und steigenden Preisen in Österreich redet sich die Branche nun auf Angebot und Nachfrage auf dem heimischen Treibstoffmarkt aus, sprich auf erhöhte Nachfrage zu Ferienbeginn. "Erstens kann sich die Branche für ein volkswirtschaftlich so wichtiges Produkt nicht einfach willkürlich ihre Preisfindungskriterien aussuchen. Zweitens müssten die Spritpreise nach diesem neuen Kriterium jedes Mal sinken, wenn lange Wochenenden und Ferien vorbei sind. Drittens bräuchte es neue Kontrollmechanismen, um von Konsumentenseite her überprüfen zu können, wie sich Angebot und Nachfrage tatsächlich entwickeln", fordert der ARBÖ.

Aber nicht nur das Zustandekommen der Spritpreise ist intransparent, sondern auch die Darstellung der Spritpreise bei den Tankstellen. "Wenn sich der Preis für ein Produkt mehrmals am Tag ändert, wird dem Konsumenten das Vergleichen der Preise sehr schwer gemacht. Es gibt kein einziges vergleichbares Produkt, bei dem sich die Preise so häufig ändern. Preisvergleiche sind jedoch das Um und Auf für Wettbewerb."

Erschwert wird das Vergleichen der Spritpreise auch dadurch, dass man sich - oft während des Fahrens - eine Zahl mit drei Nachkommastellen merken und sich die Unterschiede zu den anderen Tankstellen ausrechnen muss. Daher fordert der ARBÖ seit Langem, die Preisauszeichnung auf zwei Nachkommastellen zu verkürzen, sodass einem die Preisunterschiede leichter ins Auge springen. Bessere Preisvergleiche sind auch möglich, wenn die einzelnen Spritsorten (Diesel, Eurosuper, etc.) bei allen Tankstellen stets in der gleichen Reihenfolge angeschrieben sind. Der ARBÖ geht davon aus, dass Wirtschaftsminister Mitterlehner seine Ankündigungen so rasch wie möglich in Taten umsetzt, das heißt die per Jahresende auslaufende Tankstellenverordnung verlängert und die Preisauszeichnung vor den Tankstellen durch zweistellige Nachkommastellen und gleiche Reihenfolge der Spritsorten verbessert.

Der ARBÖ erinnert daran, dass die Mineralölfirmen eine freiwillige Einführung der genannten Verbesserungen stets abgelehnt hat. "In Abwandlung von Goethes Spruch kann man sagen: Bist du nicht willig, so braucht es ein Gesetz", so der ARBÖ.

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