KAV: Brustgesundheitszentrum im Krankenhaus Hietzing zertifiziert

Fächerübergreifende Zusammenarbeit und Qualitätskontrolle zum Wohle der Patientin

Wien (OTS) - Wien (OTS) "Mit der Zertifizierung des Brustgesundheitszentrums Hietzing durch eine unabhängige ExpertInnenkommission setzt die Stadt Wien einen weiteren Schritt zur Qualitätssicherung im öffentlichen Gesundheitswesen", erklärte Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely heute im Rahmen eines Mediengesprächs. Das Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel ist das erste Spital im Wiener Krankenanstaltenverbund, das von dieser unabhängigen ExpertInnenkommission geprüft und zertifiziert wurde. "Damit wird Brustkrebspatientinnen im Krankenhaus Hietzing der international geforderte Standard in der umfassenden Diagnostik, Therapie und Nachbetreuung garantiert. Zertifizierte Brustgesundheitszentren gewährleisten für die Patientin mit der Verdachtsdiagnose Brustkrebs die bestmögliche medizinische, pflegerische und psychosoziale Betreuung nach den modernsten Erkenntnissen der Wissenschaft", so Wehsely weiter. Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Leiter des Brustgesundheitszentrums Hietzing: "Die Qualitätsstandards und vor allem auch die Qualitätssicherung wurden in einem zweitägigen Prozess einer strengen Überprüfung unterzogen. Die vorgeschriebene Qualitätskontrolle bietet nicht nur der einzelnen Patientin Vorteile. Ein einheitliches Dokumentationssystem ermöglicht den Erfahrungsaustausch und Ergebnisvergleich mit anderen Brustgesundheitszentren in Europa. Dadurch wird die kontinuierliche Weiterentwicklung von Diagnostik, Therapie und Nachsorge auf neuestem wissenschaftlichen Standard gewährleistet."****

Die Diagnose Brustkrebs ist für viele Frauen nach wie vor ein Schock. In Österreich erkranken jährlich rund 4800 Frauen daran, die meisten zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr, mehr als 1500 Patientinnen erliegen dieser Erkrankung jährlich. Seit den 1990er Jahren geht die Sterblichkeit kontinuierlich zurück. Erfolgsfaktoren sind bessere Früherkennung durch den breiten Gebrauch von Mammographie-Untersuchungen sowie verbesserte Therapiemöglichkeiten durch moderne Operationstechniken, gezielte Strahlentherapie und differenzierte medikamentöse Behandlungen.

Was zeichnet ein zertifiziertes Brustgesundheitszentrum aus?

Die Europäische Union fordert ab 2016 die Behandlung aller betroffenen Patientinnen an spezialisierten Brustgesundheitszentren. In Österreich haben sich nun sämtliche betroffene wissenschaftliche Fachgesellschaften (Gynäkologie, Chirurgie, Radioonkologie, Pathologie, internistische Onkologie, RöntgenologInnen, NuklearmedizinerInnen) an einen Tisch gesetzt, um einheitliche Kriterien für ein Brustgesundheitszentrum auszuarbeiten.

  • Gewährleistung einer umfassenden medizinischen, pflegerischen und beratenden Betreuung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau
  • Im Zentrum müssen mindestens 100 bis 150 Mammakarzinome im Jahr diagnostiziert und behandelt werden.
  • Die/der ChirurgIn muss mindestens 50 Mammakarzinom-Operationen pro Jahr durchführen, 50 Prozent davon brusterhaltend.
  • Das Brustgesundheitszentrum erbringt alle Kernleistungen in Diagnostik, Operation, Strahlentherapie, Pathologie sowie Onkologie.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit von FachexpertInnen aus den Bereichen Chirurgie, Gynäkologie, Onkologie, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie sowie Nuklearmedizin
  • Regelmäßige interdisziplinäre Besprechungen (einmal pro Woche)
  • Vernetzung mit den niedergelassenen ÄrztInnen
  • Bereitstellung einer optimalen Infrastruktur für eine umfassende Betreuung
  • Das Brustgesundheitszentrum verpflichtet sich zu einer regelmäßigen Überprüfung sowie zum Nachweis der Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität

Brustgesundheitszentrum Hietzing

Das Brustgesundheitszentrum Hietzing besteht nicht an einzelnen Abteilungen, sondern es ist der Zusammenschluss vieler ExpertInnen der verschiedensten Fachgruppen, die sich alle auf die umfassende Betreuung von Brustkrebspatientinnen spezialisiert haben. Belastende und unnötige Doppeluntersuchungen werden dadurch vermieden. Durch die gemeinsamen interdisziplinären Konferenzen können alle Aspekte der Diagnostik, Therapie und Nachsorge in koordinierter Weise für die Patientin geplant und besprochen werden. Im vergangenen Jahr wurden 110 Erstbehandlungen mit der Diagnose Mammakarzinom durchgeführt. Der Anteil der brusterhaltenden Operationen liegt bei 83 Prozent. 64 Prozent der Patientinnen werden im Rahmen von klinischen Studien interdisziplinär weiterbehandelt. Auch die Vernetzung mit den niedergelassenen ÄrztInnen ist ein zentraler Aspekt. Dadurch werden der Kontakt und die wohnortnahe Versorgung der Patientin durch HausärztIn oder FachärztIn gewährleistet. Andererseits ist die/der niedergelassene ÄrztIn durch einen intensiven Dialog mit dem Brustgesundheitszentrum in die Betreuung aktiv involviert. Auch dadurch werden unnötige Mehrfachuntersuchungen vermieden, die Spitalsambulanzen entlastet, ohne dass die Betreuungsqualität darunter leidet. "Mit der Zertifizierung unseres Zentrums verpflichten wir uns zur Offenlegung der Prozess-, Ergebnis- sowie Strukturqualität der einzelnen Behandlungsschritte. Die Überprüfung durch eine unabhängige Kommission stellt eine zusätzliche Garantie dar, dass die Qualität der Behandlung auch tatsächlich gewährleistet ist", so Sevelda.

Weitere Brustgesundheitszentren im Wiener Krankenanstaltenverbund sollen in den Schwerpunktkrankenhäusern Rudolfstiftung, Wilhelminenspital, Donauspital, Kaiser-Franz-Josef-Spital sowie im Allgemeinen Krankenhaus Wien etabliert werden. (Schluss) cl

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