Neues Volksblatt: "Sauberkeit" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. August 2010

Linz (OTS) - Weil jetzt Namen von Jörg Haiders politischen Wegbegleitern im Zuge der Mutmaßungen über Konto- und andere Geldaffären auftauchen, ist für viele Beobachter der Schluss klar:
Auch den selbsternannten Kämpfern für den kleinen Mann ist es nur um den schnöden Mammon gegangen. Noch ist das eine Behauptung, auch wenn man sich dort und da schon belustigt über die Unschuldsvermutung äußert.
Wie dem auch sei und was auch am Ende herauskommt, Schaden trägt die Politik als Ganzes jedenfalls davon. Das stammtischbeglaubigte Vorurteil, dass ja doch alle Gauner seien und nur in die eigene Tasche wirtschaften, erhält neue Nahrung. Jene, "die nie genug kriegen können", bringen das "Gesellschaftssystem in Misskredit", diagnostiziert Bundespräsident Heinz Fischer. Diese Nehmer gab es immer wieder, es gab sie in Fischers Partei und es gab sie in der ÖVP ebenso wie in der FPÖ. Bezügereformen im politischen Umfeld beispielsweise waren in der Regel Reaktionen auf öffentlich gewordene Nehmer, gerne auch Gagenkaiser genannt. Trotzdem: Weil kaum sonst wo so rasch von Einzelfällen auf das ganze System geschlossen wird, wie beim Beurteilen der Politik, ist der ständige Nachweis der Sauberkeit eine Selbstverständlichkeit.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001