Sind Kriminalstatistiken geschönt?

Trotz angeblich verbesserter Kriminalitätsstatistik hegt der Verein proNACHBAR Zweifel an der Erhebungsqualität und Relevanz der Daten.

Wien (OTS) - Mit einem Monat Verzögerung stellte das Bundesministerium für Inneres die Kriminalstatistik für das 2. Quartal erst vor wenigen Tagen online. Die offiziellen Zahlen zeigen auf den ersten Blick eine deutliche Verbesserung - eine Entwicklung, die der Verein proNACHBAR in Frage stellt.

Seit nunmehr drei Jahren informiert proNACHBAR in Zusammenarbeit mit der Polizei über Eigentumsdelikte im Wohngrätzel und leistet aktive Präventionsarbeit. Die Grundlage bildet ein ausgeklügeltes webbasiertes Informationssystem, das anonymisierte Daten über Delikte zielgerichtet an Abonnenten der proNACHBAR-Website verteilt. proNACHBAR agiert dabei als Schnittstelle zwischen der kriminalpolizeilichen Prävention und der Bevölkerung.

Anfang März 2010 wurden seitens der Wiener Polizei die Informationen mit Hinweis auf Datenschutz-Richtlinien massiv verschlechtert, und zwar nicht nur in Hinblick auf die Qualität der gelieferten Daten, sondern auch in der Anzahl der Meldungen. Gleichzeitig berichteten Betroffene von Delikten, die offensichtlich nie Eingang in die Kriminalstatistik fanden oder aufgrund einer Änderung der Zählweise bagatellisiert wurden.

Die Verunsicherung ist bei Karl Brunnbauer, Gründer und Obmann von proNACHBAR, daher groß: "Vor Monaten haben mir hochrangige Beamte der Polizei bestätigt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit proNACHBAR ist und es gibt unzählige Forschungsarbeiten, die die Nachhaltigkeit und Relevanz unserer Initiative unterstreichen. Aber die intransparente Kommunikation seitens der Polizei gibt uns Grund, an der Richtigkeit der veröffentlichten Statistiken zu zweifeln. Täglich erreichen uns Meldungen von Eigentumsdelikten, welche offensichtlich in den Zählungen der Kriminalstatistik nicht berücksichtigt werden.

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