Neues Volksblatt: "Höchste Zeit" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 31. Juli 2010

Linz (OTS) - Selbst wenn die folgende Episode nicht typisch sein mag, bezeichnend für das Problemfeld Integration ist sie allemal. Auf einem kleinen Flecken einer sehr großen, öffentlich zugänglichen Wiese in Linz spielen einige Österreicher Fußball. Es nähert sich eine Handvoll Halbwüchsiger mit Migrationshintergrund und will genau den Teil der Wiese benutzen, der schon bespielt wird. Auf den Hinweis eines der Österreicher, sie könnten dann hier spielen wenn man dieses Match beendet habe, sagt einer der Jugendlichen: Dazu habe er kein Recht, schließlich stehe hier nirgendwo der Name des Österreichers drauf.
Der Umkehrschluss aus dieser Argumentation: Wenn ich, der Migrant, komme, habe ich das Recht, dir zu sagen, dass du kein Recht hast. Gemäß der Logik: Dein ist mein aber nicht dein. Wer solches Denken eingeimpft hat - von wem auch immer -, der ist zu Integration gar nicht bereit. Und er muss es ja auch nicht, denn viel zu lange wurden keine klaren Regeln postuliert, geschweige denn, es wurde etwas eingefordert. Das galt gesellschaftspolitisch als nicht opportun, wurde von gewissen Kreisen sofort als Ausländerfeindlichkeit hingestellt. Es ist wirklich höchste Zeit für eine Integrationspolitik, die diesen Namen auch verdient.

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