Diakonie zu Jugendwohlfahrt: Investitionen in Kinder und Jugendliche zahlen sich aus!

Mangelnde Betreuung und Hilfe erzeugt später hohe soziale Kosten

Wien (OTS) - "Kinder und Jugendliche und ihre Familien brauchen Unterstützung und Hilfen, die nicht nur im äußersten Krisenfall einsetzbar sind, sondern vor allem in der Prävention greifen und besonderen familiären Belastungen vorbeugen", weist Diakonie-Direktor Michael Chaluka, anlässlich der steigenden Probleme in Familien, auf die notwendigen Gegenmaßnahmen hin. 11.000 Kinder sind bei Pflegeeltern oder in Wohngemeinschaften untergebracht, 27.000 wurden zuhause in ihren Familien betreut. Das sind um vier Prozent mehr als 2008, so der Jugendwohlfahrtsbericht des Familienstaatssekretariats.

"Es geht hier nicht nur um Kosten", betont Diakonie Sozialexperte Martin Schenk, "sondern um Investition in die Zukunft der Kinder und der Gesellschaft. Mangelnde Betreuung und Hilfe erzeugt Kosten anderswo, wenn die Jugendlichen keinen Job finden, in schlechte Verhältnisse oder Kriminalität abdriften oder ein höheres Krankheitsrisiko entsteht.

Für ein neues und gutes Jugendwohlfahrtsgesetz braucht es die verbindliche Umsetzung bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards. Notwendig ist auch die Erweiterung der Betreuungsmöglichkeiten für junge Menschen über das 18. Lebensjahr hinaus, das 4-Augen Prinzip sowie die Umsetzung der UN-Konvention über die Kinderrechte in Österreich, betont Schenk.

Die Diakonie weist darauf hin, dass eine Fachkraft allein nicht entscheiden kann, ob ein Kind gefährdet ist, oder nicht. Dafür werden zwei Personen und vier Augen benötigt. Dieses Vier-Augen-Prinzip wurde von einem verbindlichen Qualitätsstandard zu einer 'Kann-Bestimmung' herabgestuft. Zudem brauchen viele sozial benachteiligte Jugendliche Begleitung und Betreuung über das 18. Lebensjahr hinaus. Auch in einer Familie endet die Sorge und Unterstützung nicht einfach mit dem achtzehnten Geburtstag.

Für ein neues Jugendwohlfahrtsgesetz braucht es:

  • Bundesweit einheitliche Qualitätskriterien und Qualitätssicherung
  • Vier-Augenprinzip bei der Gefährdungsabklärung
  • Fortsetzung von Betreuungen auch über 18 Jahre hinaus
  • Einheitliche Standards bei der Informationsweitergabe und interdisziplinären Kooperation, Nahtstellenmanagement
  • Integrierung der UN Konvention über die Rechte des Kindes

Die Diakonie ist in der Unterstützung und Hilfe von Kindern in Wohngemeinschaften, Elternprojekten und ambulanten Unterstützungsmaßnahmen engagiert. So zum Beispiel mit dem Pilotprojekt "Mum Talk" oder der Elternakademie. Bei "Mum Talk" steht der Aufbau einer sicheren Bindungsbeziehung zwischen Mutter und Kind als einem der wichtigsten Schutzfaktoren für die kindliche Entwicklung im Mittelpunkt. Eltern werden dabei begleitet, die Bedürfnisse und Signale ihrer Kinder zu erkennen und zu verstehen.

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Wie die Diakonie hilft:
http://www.ots.at/redirect/taetigkeitsbereiche_kinder_und_jugendliche

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Martin Schenk
Diakonie Österreich
Tel.: 01/ 409 80 01
Mobil: 0664/ 544 55 54

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