Neues Volksblatt: "Affentheater" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 30. Juli 2010

Linz (OTS) - Was täte die Opposition eigentlich ohne die Aufregung über den Budgetfahrplan der Regierung? Sicher, das Thema Zuwanderung ist auch noch gut geeignet, ein paar mediale Wellen zu schlagen (die FPÖ träumt ja schon von einem neuen Österreich-Volksbegehren), aber dann? Gerald Grosz, Vize-Chef des BZÖ und einer der umtriebigsten Aussendungsverfasser (er muss seine Texte wohl selbst schreiben, denn ein Profi würde solche Kreationen nicht in die Welt setzen), müsste wohl seinem eigenen Vorschlag Folge leisten, der da lautet: Keine Gagen für die Politiker in der langen Sommerpause.
Aber heuer gilt ja selbst das Hinwarten auf eine allfällige Sondersitzung als Arbeit. Geradezu rührend war gestern zu beobachten, wie sowohl Blaue als auch Grüne um Seriosität in dieser Causa bemüht sind. "Jenseits von Sommerklamauk" will die FPÖ eine "gesamt-oppositionelle Vorgangsweise", und die Grünen versprechen treuherzig ein "Mindestquantum an Seriosität". Da ahnen wohl die Proponenten des Protests selbst schon, dass es um die Glaubwürdigkeit ihres Anliegens auch nicht sonderlich gut bestellt ist. Mit "Affentheater" liegt das BZÖ ausnahmsweise einmal richtig. Bloß: Hat sich das Parlament dieses oppositionelle Affentheater wirklich verdient?

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