Gesundheits-Check für die Seele statt Frühpension

Wien (OTS) - Die alarmierende Zahl von bereits 30% Frühpensionierungen aus psychischen Gründen erfordert schnelles Handeln. Der Ruf nach der Einführung eines seelischen Gesundheits-Checks wird immer lauter. "Wenn die Ursachen frühzeitig erkannt und behandelt werden, kann ein großer Teil der Frühpensionen verhindert werden", ist Dr. Heiner Bartuska, Vizepräsident der VÖPP, der Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, überzeugt.

Der Anteil der Frühpensionen aus psychischen Gründen hat sich in den letzten 15 Jahren nicht nur verdreifacht, sondern wird sich weiter dramatisch erhöhen, wenn die bekannten Ursachen nicht endlich ernst genommen werden. Der Druck am Arbeitsplatz entsteht nicht zuletzt auch durch Führungsverhalten, das massive zwischenmenschliche Probleme auslöst. Wenn jemand diesem Druck täglich und langfristig ausgesetzt ist, sind Mobbing, Depression, Burnout und Psychosomatik die Folgen. Bereits 45jährige suchen um Frühpension an.

"Eine Möglichkeit, hier sofort entgegenzuwirken, ist die Einführung eines Gesundheits-Checks für die Seele", fordert Heiner Bartuska.

Das Modell könnte folgendermaßen funktionieren: Wenn ein Arbeitnehmer mehr als vier bis sechs Wochen krankgeschrieben ist, lädt die Krankenkasse zu einem psychotherapeutischen Beratungsgespräch ein. In einer Diagnosestunde werden durch gezielte Fragen eventuelle seelische Ursachen hinter der organischen Erkrankung aufgespürt. Behandlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt und gemeinsam besprochen.

Wichtig ist, dass die Vorsorge kostenfrei erfolgen kann, denn psychische Erkrankungen und Armut gehören oft zusammen.

"Wenn die Krankenkasse das Kontingent an kostenlosen Psychotherapiestunden entsprechend erhöht, wird das durch die Einsparung an Medikamenten, Arztkosten und Pensionszahlungen mit großer Wahrscheinlichkeit kostenneutral sein," erwartet Heiner Bartuska. Je früher die Diagnosestunden eingesetzt werden können, desto besser die Behandlungschancen.

Diese unmittelbaren Maßnahmen für die Betroffenen müssen durch Präventionskonzepte in den Unternehmen selbst begleitet werden, wie es Gesundheitsminister Alois Stöger und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl aktuell thematisieren. Für die Selbständigen soll es ab 2011 psychotherapeutische Vorsorge zur Stressbewältigung geben. Die VÖPP ist bereit an der Erstellung eines Präventionskonzeptes mitzuarbeiten.

Über VÖPP:

VÖPP, die Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, wurde 2009 als neue Kraft für die Psychotherapieentwicklung in Österreich ins Leben gerufen. Der Verband hat sich zum Ziel gesetzt, bedarfsorientiert für die tätigen Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten, deren Interessen zu vertreten und dabei Bewährtes mit Neuem zu verbinden. Die VÖPP veranstaltet Referate zu fachlichen und berufspolitischen Themen und lädt ihre Mitglieder zum Mitgestalten ein. Neben Fort- und Weiterbildung komplettieren Rechts- und Praxisgründungsberatung das umfassende Mitgliederservice.

Die VÖPP ist Veranstalterin der erfolgreichen Psychotherapiemesse "Seeliges Wien", die am 16.10.2010 zum Thema "Angst in the City" wieder im Wiener Rathaus veranstaltet wird. www.voepp.at

Das Präsidium:
Dr. Jutta Fiegl, Dr. Heinrich Bartuska, Mag. Eva Schebach, Elisabeth Töpel

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Heiner Bartuska, Vizepräsident VÖPP, Mobil: 0669-14786170

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