FP-Matiasek: Fiaker in Wien - dringender Handlungsbedarf für die Stadt!

Konzessionsvergabestopp und Änderungen im Fiakergesetz gefordert

Wien (OTS/fpd) - Im Zuge einer Pressekonferenz zum Thema Fiaker in Wien hält die Tierschutzsprecherin der FPÖ-Wien, LAbg. Veronika Matiasek heute erneut mit Nachdruck fest, dass in diesem Bereich dringender Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen vorliege. Auch die kürzlich veröffentlichte Studie der Stadtpsychologin Ehmayer würde kein gutes Bild des Wiener Fiakerwesens zeichnen. In diesem Zusammenhang seien vor allem Änderungen im Fiakergesetz unerlässlich.

Utl.: Behördendschungel im Rathaus

Die Wiener Fiaker seien einem dichten Behördendschungel ausgesetzt. Gleich mehrere Stadträte und Magistratsabteilungen sind für ihre Belange zuständig. Hier wäre ein direkter Ansprechpartner für die Unternehmer seitens der Stadt notwendig. Dazu gehören noch spezialisierte Juristen, Amtstierärzte und vor allem auch Kutschenexperten, die auch den historischen Wert der Gefährte erkennen. Nicht zuletzt gebe es Probleme mit der Standesvertretung. Derzeit seien die Fiaker bei den Taxiunternehmen angesiedelt. Die FPÖ fordert eine eigene Vertretung in der Kammer.

Utl.: Schluss mit dem Verdrängungswettbewerb -Konzessionsvergabestopp zum Schutz der Tiere

Bei den Fiakern in Wien herrsche derzeit ein regelrechter Verdrängungswettbewerb. Der stete Druck und Konkurrenzkampf gehe vor allem zu Lasten der Tiere. In Wien sei es leicht, einen Fiakerbetrieb anzumelden. Lediglich eine Kutsche und zwei Pferde müssen nachgewiesen werden. So kommen nun zu den bereits etablierten Traditionsunternehmen immer mehr 1-Kutschen-Betriebe hinzu, welchen ebenfalls jeweils eine Platzkarte zur Verfügung gestellt werden muss. Diese Betriebe seien dann zumeist täglich von 9 bis 23 Uhr, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über mit ein und demselben Gespann in Wien unterwegs. Die Tiere würden ausgebeutet, denn Arbeitszeit und Beanspruchung seien dadurch enorm. Die Zahl der Konzessionen müsse also dringend reduziert werden, d.h. keine weitere Vergabe solange nicht eine zurück gelegt oder eingezogen werde. Bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz (Haltung, Stallungen, Gesundheitszustand der Tiere) oder Verordnungen, die das ordnungsgemäße Fahren der Kutschen betreffen (Alkohol!), ist die Konzession und Fahrerlaubnis sofort einzuziehen, so Matiasek.

Utl.: FPÖ will wenige, aber gut geführte Fiakerbetriebe, auf die Wien stolz sein kann

Ziel müsse sein, weniger, aber dafür gut geführte Unternehmen zuzulassen. Dies seien in der Regel alteingesessene Traditionsbetriebe, bei denen die Tiere quasi zur Familie gehören und dementsprechend gut behandelt werden. Außerdem müssten die Unternehmen eine gewisse Größenordnung und damit die Garantie auf regelmäßigen Austausch der Pferde vorweisen können. Dafür seien strengste Prüfungen notwendig. Pro Kutsche sollen künftig nicht mehr nur zwei sondern mindestens vier Pferde zum Wechseln verpflichtend sein. Es dürfe nicht länger zulässig sein, Tiere täglich im Einsatz haben zu dürfen.

Utl.: "Sommerfrische" für die Pferde

Derzeit sei es verboten, die Tiere über die Wiener Landesgrenze zu verbringen. Matiasek fordert in diesem Zusammenhang, jenes Gesetz sofort abzuschaffen. Tatsächlich gebe es einige Unternehmer, die in den benachbarten Bundesländern Weiden zur Verfügung haben. Würden sie diese jedoch nützen, um ihren Fiakerpferden die extrem wichtige Erholungsphase zu bieten, könnten sie derzeit dafür bestraft werden. In Wien gebe es solche Flächen jedoch kaum. Hier müssen die Fiakerpferde vor den "Amtsschimmel" kommen! Und ganz im Gegenteil, verpflichtende "Erholungsphasen" auf großen, grünen Koppeln per Gesetz erlassen werden.

Utl.: Standplätze optimieren

Auch die Standplätze müssten weiter optimiert werden. Neben genügend Wasser sollten auch überall ausreichend Schattenplätze zur Verfügung stehen. Vor allem "natürlicher" Schatten sei leicht und kostengünstig durch Pflanzen - mobile Pergolen usw. zu schaffen. Auch eine Art Sprühregen zur Abkühlung sollte zum Wohle der Tiere an besonders heißen Tagen angedacht werden.

Utl.: "Kulturgut" Fiaker

Der Fiaker müsse eine geschützte Institution werden. Bedingung dafür sei, dass schwarze Schafe sofort aussortiert werden und nur beste Unternehmen bestehen bleiben dürften. Diese sollten mit einem Gütesiegel versehen und in der gesamten Tourismus-, Kongress- und Wien-Information veröffentlicht werden. Um den Unternehmern neue Möglichkeiten zu bieten, sollten sie verstärkt bei Großveranstaltungen (z.B. Fête Impériale) als Zubringerdienst der Gäste eingesetzt, mehr in die Wien-Werbung eingebunden werden und in Zukunft auch die großen Wiener Grünflächen befahren.

Ziel müsse sein, die Tradition zu erhalten, den Tierschutz zu verbessern und die qualitativ hochwertigen, gut geführten Unternehmen zu unterstützen. Das heißt nicht nur das derzeit angeschlagene Image zu verbessern, sondern wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen, die die Zukunft des Wiener Fiakers garantieren, fordert Matiasek abschließend. (Schluss) hn

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