VKI: Er- und Ablebensversicherungen - Kosten fressen Ertrag

Erträge durch hohe Kosten teils geringer als die eingezahlten Beträge

Wien (OTS/VKI) - Lebensversicherungen gelten vielen als Inbegriff von Verlässlichkeit und Sicherheit. Dem Versicherungsverband Österreichs zufolge gab es 2009 rund 10,4 Millionen Verträge - und damit mehr Lebensversicherungen als Einwohner. Das Gefühl, gut vorgesorgt zu haben, schwindet jedoch bei einem Blick auf die Erträge. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat für die August-Ausgabe des Testmagazins Konsument Angebote für kombinierte Er- und Ablebensversicherungen der sieben größten österreichischen Versicherungs-Unternehmen analysiert. Die Annahme: Eine 40jährige Frau bzw. ein 40jähriger Mann zahlen 20 Jahre monatlich 100 Euro -gesamt 24.000 Euro - ein. Das würde beispielsweise für den Mann am Ende eine prognostizierte Ablaufleistung von 27.000 bis 30.500 Euro ergeben und damit eine magere Rendite von 1,15 bis 2,33 Prozent.

"Angesichts der langen Laufzeiten ist das eine bestürzend magere Bilanz, die alle, nur nicht den Kunden profitieren lässt", kritisiert VKI-Versicherungsexpertin Gabi Kreindl. "Grund dafür sind - neben dem generellen Rückgang der Zinsen - die exorbitant hohen Kosten. Diese führen dazu, dass nur rund achtzig Prozent der eingezahlten Summe tatsächlich veranlagt werden. Unser Rechenbeispiel zeigt, dass bei Einzahlung von insgesamt 24.000 Euro nach Abzug von Kosten, Risikoprämie und Versicherungssteuer nur rund 19.000 Euro übrig bleiben, die auch tatsächlich veranlagt werden. Dazu kommt, dass für Konsumenten nicht ersichtlich ist, welche Kosten im Detail anfallen."

"Intransparent, unflexibel und teuer - damit sind kombinierte Er-und Ablebensversicherungen derzeit schlicht und einfach nicht zu empfehlen. Daher lässt man besser die Finger davon", so das Fazit des VKI-Geschäftsführers Ing. Franz Floss bei der heutigen Pressekonferenz.

Wenn zu erwarten ist, dass der Ertrag unter dem Erwarteten liegt, ist es dennoch ratsam, den Vertrag nicht voreilig zu kündigen. Damit würde man deutlich weniger zurückerhalten als eingezahlt. Ebenso sollte man sich nicht von geschickten Beratern verleiten lassen, in einen neuen Vertrag mit scheinbar besseren Erträgen zu wechseln. Hier müsste erst wieder von Neuem der gesamte Kostenberg abgetragen werden. Kreindl: "Oder anders gesagt: Hin und her macht Taschen leer. Statt der Kündigung könnte man den Vertrag optimieren, etwa durch jährliche Zahlungsweise, bei der man sich bis zu mehrere Tausend Euro sparen kann, oder durch das Streichen unnötiger Zusätze wie Prämienerlass im Krankheitsfall oder Unfalltod. Diese erhöhen die Kosten, bieten aber keine geeignete Risikoabdeckung."

Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie ab 29. Juli im August-"Konsument".

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Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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