AKNÖ-Vizepräsident Wieser: Gebt der Jugend eine Chance!

Die Wirtschaft muss ihre Ausbildungs-Verantwortung wahrnehmen.

Wien (OTS/AKNÖ) - Hohe Jugendarbeitslosigkeit, immer weniger Lehrstellen in den Betrieben und über 4.800 Jugendliche in Schulungsmaßnahmen des AMS - das ist derzeit die Lage in Niederösterreich. Gleichzeitig ist in der Wirtschaft gerade im Zuge der aktuellen Debatte um die Zuwanderung der Ruf nach ausländischen Fachkräften zu hören. "Die Unternehmen dürfen sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Die Wirtschaft muss ihre Aufgaben wahrnehmen, der Jugend eine Chance geben und mehr heimische Fachkräfte ausbilden", fordert deshalb AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser.

Tatsächlich ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Niederösterreich im Juni 2010 zum zwanzigsten Mal in Folge gestiegen. Gegenwärtig sind in Niederösterreich über 6.500 Jugendliche auf Arbeits- oder Lehrstellensuche. Mehr als 4.800 befinden sich in Schulungsmaßnahmen des AMS. "Es ist deshalb absolut notwendig die Jugendlichen gut auszubilden und sie in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Wenn in einigen Branchen ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften vorhanden oder absehbar ist, dann sollten wir den jungen niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen eine Chance geben. Aber auf Kosten der heimischen Jugendlichen und FacharbeiterInnen billigere ausländische Arbeitskräfte einzufordern, statt selbst welche auszubilden, kann nicht die einzige Lösung sein, die die Wirtschaft anzubieten hat. Noch dazu wo bekannt ist, dass bisher nicht einmal die aktuellen Quoten für ausländische Schlüsselkräfte voll ausgenutzt wurden", so Wieser.

Lehrstellenlücke wird nicht kleiner Niederösterreich hat derzeit die zweitgrößte Lehrstellenlücke aller Bundesländer. Für Markus Wieser ist es deshalb wichtig, dass wieder mehr Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und Lehrlinge ausbilden. Das scheint aber momentan nicht der Fall zu sein. Die Lehrstellenlücke in Niederösterreich wurde im Juni im Jahresvergleich wieder größer und liegt derzeit bei einem Minus von 559 benötigten Lehrstellen. Rechnet man die Jugendlichen in überbetrieblichen Lehrwerkstätten und JASG-Maßnahmen hinzu, so fehlen in den niederösterreichischen Betrieben sogar über 2000 Lehrstellen.

Wieser für Sozialpartnergipfel Alarmierend ist für Wieser nicht nur die aktuelle Lehrstellenlücke, sondern auch die Tatsache, dass gegenwärtig "lediglich 29 Prozent der PflichtschulabgängerInnen sich für eine Lehre entscheiden." "Dies sollte der Wirtschaft auch zu denken geben", so Wieser. Er fordert daher einen Sozialpartnergipfel, wo gemeinsam mit den Verantwortlichen aus dem Pflichtschulbereich die aktuelle und zukünftige Entwicklung erörtert wird und gemeinsame Lösungen zur Sicherung der Lehre und Facharbeiterausbildung erarbeitet werden. Vor allem die Pflichtschulen sind nach Ansicht von Markus Wieser "der Schlüssel für die künftige Zahl der Lehrlinge und qualifizierten FacharbeiterInnen von morgen, da sie eine große Verantwortung im Hinblick auf die Berufswahl der Jugendlichen tragen. Hier ist besonders im Bereich der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung noch ein großer Aufholbedarf gegeben."

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