FPÖ-Hofer: Kontingent von Schlüsselarbeitskräften nicht ausgeschöpft

Ruf nach mehr Zuwanderung nicht gerechtfertigt

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit der Forderung der
Wirtschaftskammer und der ÖVP nach mehr Zuwanderung weist FPÖ-Vizeparteiobmann Norbert Hofer darauf hin, dass das Kontingent an Schlüsselarbeitskräften in Österreich nicht ausgeschöpft wird. Von den rund 2600 möglichen Plätzen wurden bis Jahresmitte nur 500 abgefragt. Gleichzeitig verlassen Jahr für Jahr rund 5000 hoch qualifizierte österreichische Staatsbürger das Land.

Norbert Hofer: "Der Ruf nach mehr Zuwanderung kann dieses Problem nicht lösen. Österreich ist für qualifiziertes Personal wenig attraktiv. Die Lohnnebenkosten sind zu hoch, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu niedrig. Die Mehrheit der Zuwanderer nach Österreich sind fachlich minder qualifiziert und wandern in das Sozialsystem ein."

Hofer verlangt daher von der Bundesregierung die Rahmenbedingungen in Österreich für hochqualifizierte Arbeitsplätze zu verbessern und sich von der Idee, dass Zuwanderung die hausgemachten Probleme lösen könnte, zu verabschieden.

Hofer: "Ich biete mit meiner Fraktion die Mitarbeit an diesem Projekt an. Voraussetzung für das Freimachen der notwendigen finanziellen Ressourcen ist die Umsetzung der seit Jahren auf dem Tisch liegenden Vorschläge für eine sinnvolle Verwaltungsreform. Der Rechnungshof hat hier hervorragende Arbeit geleistet. Ähnlich wie in der Verwaltung gibt es im Gesundheitswesen ein Potential von knapp drei Milliarden Euro, das durch Strukturreformen genutzt werden muss. Wesentlichster Punkt dabei ist das Streichen der Konkurrenzierung der Leistungsträger und die Finanzierung der Leistungen aus dem vielzitierten gemeinsamen Topf. Das gibt uns die Möglichkeiten, in der Familienpolitik mit einem Familiensteuersplitting mehr Anreize für Kinder, vor allem für den Mittelstand, zu setzen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung müssen endlich dem Lissabon-Ziel folgen und auf drei Prozent erhöht werden."

Die FPÖ betont, dass aber auch im Bereich der Facharbeiterausbildung neue Akzente gesetzt werden müssen. Denn die Wirtschaft benötigt nicht nur akademisches Personal und Ingenieure sondern auch gut ausgebildete Facharbeiter. Es mag sein, dass in den kommenden Jahren aufgrund der erheblichen Einkommensunterschiede zu den ehemaligen Ostblockstaaten Arbeiter und Facharbeiter aus dem Osten diesen Bedarf - sehr zum Leidwesen der tausenden österreichischen Arbeitskräfte -zum Kollektivvertragstarif (und teilweise leider darunter) abdecken werden. Die Einkommen werden aber auch in diesen Ländern steigen und Österreich ist daher gefordert, die notwendigen Ausbildungsmaßnahmen zu forcieren. Der erste Weg von Jugendlichen in Österreich soll nicht zum Arbeitsmarktservice oder in öffentliche Lehrwerkstätten führen sondern in die Wirtschaft. Die FPÖ hat in ihrem Wirtschaftsprogramm dazu ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt. Eckpunkt ist eine deutliche fiskalische Entlastung jener Unternehmer, die Lehrlinge ausbilden.

Norbert Hofer: "Auch im Bereich der 24-Stunden Betreuer aus den ehemaligen Ostblockstaaten wird sich Österreich für die Zukunft nicht darauf verlassen können, dass Frauen aus Ungarn, der Slowakei und Rumänien diese Arbeit in Österreich erledigen. Auch hier gilt es, den Berufsstand in Österreich aufzuwerten und die notwendigen Rahmenbedingungen zu sichern. Ich habe zu diesem Thema ein eigenes Buch herausgegeben. Oberflächlichkeit oder plumper Populismus ist der FPÖ also hier wirklich nicht vorzuwerfen. Leider aber sehr wohl der Bundesregierung. Auch in Ungarn und Rumänien werden wie in der Slowakei und in Polen die Löhne steigen. Zudem frage ich mich, wer alte und kranke Menschen in diesen Staaten pflegt. Was Österreich hier tut, ist schlichtweg egoistisch und nicht wie von einigen Exponenten in Österreich behauptet, menschlich."

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