ÖAMTC: Sieger und Verlierer beim heurigen EuroTAP, Teil 2 (+Grafik, + Foto, + Video)

Top ein innovativer, zweistöckiger Tunnel in Frankreich, Flop ein Albtraum in Island

Wien (OTS) - Der Sieger des heurigen EuroTAP kommt aus Frankreich:
der einzigartige Duplex auf der A 86 bei Paris, 4.530 Meter lang, eröffnet im Jahr 2009. "Das ist sozusagen ein Doppeldecker, in dem es unten in die eine und oben in die andere Richtung geht", beschreibt der ÖAMTC-Tunnelexperte. "Das geht auf Kosten der Höhe der einzelnen Röhren, nicht aber der Sicherheit." Die Tester verzeichneten ausschließlich Pluspunkte. Folgende Besonderheiten sorgen für Sicherheit: Wegen der geringen Höhe von maximal 2,50 Meter ist der Duplex für Lkw und damit auch für Gefahrengut-Transporte gesperrt. "Das allein macht einen Tunnel schon viel sicherer", sagt der ÖAMTC-Experte. Weitere Sicherheitsaspekte sind Leuchtbänder an beiden Seiten und daher optimale blendfreie Beleuchtung, durchgehende Pannenstreifen und zwar auch auf der linken Fahrbahnseite, wenn dort die Fluchtwege angeordnet sind. Man muss also im Notfall nicht die Fahrbahn überqueren. Weiters gibt es Fluchtwege alle 200 Meter, Rettungsschächte ins Freie alle 1.000 Meter und besonders kurze Anfahrtswege für die Feuerwehren. "Im Lobautunnel gäbe es auf acht Kilometern Länge keinen einzigen Fluchtweg ins Freie und keine einzige Feuerwehrzufahrt", zieht der ÖAMTC-Experte einen Vergleich. Weiters ist im Duplex ein stationäres Löschsystem eingebaut, die Rauchabsaugung im Brandfall sehr effizient und an den Tunnelportalen finden sich Schranken und Ampeln. "So ein hohes Sicherheitsniveau gibt es in kaum einem Land, auch nicht in Österreich. Der Duplex ist ein Beispiel für innovativen Tunnelbau und Sicherheit", sagt ÖAMTC-Experte Matzke.

Albtraumtunnel in Island - bei Tunnelbrand droht Katastrophe

Der Testverlierer Hvalfjördur auf dem Highway No. 1 bei Akranes in Island zeigt, wie ein Albtraum eines Tunnels aussehen kann. 1998 in Betrieb gegangen, 5.770 Meter lang, weist er jede Menge Mängel auf. Nur lückenhaft per Video überwacht, ist die Tunnelleitzentrale auf Meldungen besonderer Ereignisse durch Autofahrer über die weit verstreuten Notrufe oder via Handy angewiesen. Ein automatisches Brandmeldesystem fehlt ebenso, so dass im Brandfall die Aktivierung der Lüftung, die Sperrung des Tunnels und die Alarmierung der Feuerwehr manuell durchgeführt werden müssen. Dabei kann wertvolle Zeit verloren gehen, zumal der lange Anfahrtsweg der Feuerwehr sowie die unzureichende Löschwasserversorgung die Brandbekämpfung erschweren. Die Lüftung kann nicht verhindern, dass Rauch von der Tunneldecke nach unten sinkt. Zudem begünstigt die starke Längsneigung der Röhre die Ausbreitung des Rauchs. Beides kann zu einer Verrauchung des gesamten Tunnels führen, was insbesondere im Hinblick auf die fehlenden zusätzlichen Notausgänge und die sehr langen Fluchtwege zu den Portalen lebensgefährlich ist. Da diese Fluchtwege im ohnehin zu schwach beleuchteten Tunnel nicht mit Notleuchten gekennzeichnet sind, ist eine Orientierung im Brandfall schwierig. "Wo man hinsieht, Gefahrenpotenzial, eindeutig mangelhaft", beurteilt ÖAMTC-Tunnelexperte Matzke.

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Eine Grafik mit den Gesamtergebnissen zu allen 26 getesteten europäischen Straßentunnel sowie Fotos zu dieser Aussendung sind unter www.oeamtc.at/presse abrufbar. Videomaterial ist bei der ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit unter der Nummer (01) 711 99 1218 erhältlich.
(Fortsetzung)

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