Gefahr durch den Citrusbockkäfer ist noch nicht gebannt

Wien (OTS) - Trotz intensiver Kontrollen von Pflanzenimporten aus China und anderen asiatischen Ländern bleibt das Risiko einer Einschleppung des Citrusbockkäfers (Anoplophora chinensis) in die EU und nach Österreich hoch. Mittlerweile verhängte die EU ein Einfuhrverbot von Ahornpflanzen (Acer spp.) aus China bis 2012.

Dass die Gefahr noch nicht gebannt ist, zeigt der aktuelle Fund eines Citrusbockkäfers durch einen Gartenbesitzer in den Niederlanden Mitte Juli 2010. Die befallene Pflanze wurde bereits im vergangenen Jahr gekauft und ausgepflanzt. Daher sind sämtliche Ahornpflanzen, die bisher importiert wurden, potenzielle Gefahrenquellen. Der erneute Fund des Citrusbockkäfers zeigt deutlich, wie wichtig die Bedeutung von intensiven und gründlichen Kontrollen auch im eigenen Garten ist.

Warum ist der Citrusbockkäfer gefährlich?

Der Citrusbockkäfer ist ein Käfer, der sich von Holz ernährt und besonders Zitruspflanzen befällt, aber auch zahlreiche andere Laubbäume, darunter Ahorn, Platane, Birke, Hainbuche, Buche u. a. sowie Obstbäume. Aufgrund dieses großen Wirtspflanzenspektrums des Citrusbockkäfers ist die Gefahr der Ausbreitung und Schädigung heimischer Wälder besonders hoch.

Die massiven Schäden entstehen durch die Larven im Holz. Ihre Fraßgänge verringern einerseits die Standfestigkeit der Bäume, andererseits unterbrechen sie den Saft- und Nährstofftransport, der Baum stirbt in Folge ab.

Aufgrund der vorwiegend versteckten Lebensweise ist die Bekämpfung des Citrusbockkäfers äußerst schwierig. Biologische Bekämpfungsverfahren sind noch im Versuchsstadium, geeignete chemische Pflanzenschutzmittel stehen derzeit nicht zur Verfügung. Auch mechanische Kontrollmaßnahmen, wie z. B. die Netzabdeckung des Baumes, sind aus praktischen Gründen oft nicht durchführbar. Bei Befall ist daher die Rodung befallener Bäume die derzeit einzig wirksame Maßnahme. Aus diesem Grund ist das frühzeitige Erkennen des Citrusbockkäfers besonders wichtig für eine erfolgreiche Bekämpfung.

Erkennen des Citrusbockkäfers

Die Käfer sind sehr auffällig: zwei bis vier Zentimeter groß, schwarz mit unregelmäßigen, hellen Flecken auf den Flügeldecken und langen, bläulich gestreiften Fühlern. Erste sichtbare Befallszeichen sind Bohrspäne im Wurzelbereich, die aufgrund der Fraßtätigkeit der Larven entstehen. Diese beinlosen, cremefarbenen Larven leben ein bis zwei Jahre unter der Rinde versteckt, fressen Gänge in das Holz und werden bis zu 6 cm lang. Deutliche Kennzeichen für einen Befall sind die runden, ca. 1,5 cm großen Ausbohrlöcher der Käfer: Sie befinden sich an der Stammbasis (maximal 1 m hinauf) und an oberirdischen und oberflächennahen Wurzeln und zeigen, wo sich der Käfer aus dem Holz ins Freie gebohrt hat.

Die AGES ersucht Verbraucher/-innen, mögliche Wirtspflanzen, aber auch importierte Holzwaren wie Möbel, Transportkisten, Spielzeug usw. auf Ausbohrlöcher und Bohrspäne zu kontrollieren und auf lebende Käfer zu achten. Bei Verdacht bzw. für Auskünfte wenden Sie sich an den Amtlichen Österreichischen Pflanzenschutzdienst an der AGES unter der Telefonnummer (direkt aus ganz Österreich ohne weitere Vorwahl) 050 555 Durchwahl 33309 oder 33314.

Weitere Informationen über den Citrusbockkäfer finden Sie auf der Homepage der AGES:
http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesun
dheit/citrusbockkaefer/

Informationsfolder des Bundesamtes für Wald:
http://bfw.ac.at/400/pdf/CLB-Folder_032007.pdf

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
Leiterin Unternehmenskommunikation
Tel.: +43 (0)50 555-25000
ingrid.kiefer@ages.at
http://www.ages.at

Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst:
DI Lydia Seelmann
Dr. Barbara Langbauer
Tel: 050 555-33314 und 33309
E-Mail: lydia.seelmann@ages.at und barbara.langbauer@ages.at

Fachlich:
Institut für Pflanzengesundheit:
Dr. Christa Lethmayer
Tel: 050 555-33326
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at

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