Trockensteinmauern für mehr Artenvielfalt: Traditionelle Baukunst wieder stark gefragt

Wien (OTS) - Wie eine Trockensteinmauer fachgerecht gebaut wird, lernten TeilnehmerInnen eines Kurses, in dem das Wissen um diese traditionelle Baukunst weitergegeben wurde, in Wien. Der Kurs, in Zusammenarbeit von Biosphärenpark Wienerwald, der Wein- und Obstbauschule Krems und der MA 49-Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien wurde im Rahmen eines EU-Projektes gefördert und soll jüngeren Generationen traditionelles Wissen weitervermitteln.

"Mit den Kursen wollen wir die lange Zeit in Vergessenheit geratene, für die Kulturlandschaft der Weinanbauflächen aber so typische Bauweise der Trockensteinmauern aufleben lassen. Die Trockensteinmauern bieten wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tierarten, wie Insekten, Reptilien, Amphibien und sogar Fledermäuse und sind damit ein wertvoller Beitrag zur Artenvielfalt in Wien", zeigt sich die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima von der Aktion begeistert.

Die TeilnehmerInnen, unter Ihnen vor allem Weinbauern, Baumeister und Gartenbesitzer konnten sich dabei am Cobenzl im Legen und Verkeilen der Steine ohne Zement üben. Insgesamt 20 Tonnen Steine aus einer Geröllhalde in den Quellenschutzwälder der Stadt Wien wurden im Rahmen des Kurses verarbeitet.

Die Trockenbauweise ist ein traditionelles Handwerk, das in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geriet. Allerdings zu unrecht, da fachkundig gebaute Trockensteinmauern aufgrund der Wasserdurchlässigkeit häufig stabiler als Betonmauern sind. Auch Pflanzenbewuchs und Frost machen den natürlichen Mauern vergleichsweise weniger zu schaffen. Trockensteinmauern findet man in Wien nur vereinzelt, vor allem in den Weinbaugegenden im 19. und 23. Bezirk.

Weitere Kurse werden bereits im August angeboten. Infos unter www.bpww.at/regionales/weinbaulandschaft/steinmauern/

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