Reine Ablenkung von eklatanter Ungleichheit (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 23. Juli 2010

Klagenfurt (OTS) - Als ob es in der Frage der Gleichberechtigung
von Frauen und Männern nicht genügend Handlungsbedarf gäbe, dümpelt nun eine Debatte über weibliche Wehrpflicht vor sich hin. Sie ist höchstens dazu angetan, eine Vielzahl an Beispielen von Diskriminierung zu verschleiern, auf die seit Jahren hingewiesen wird - ohne Erfolg. Die Einkommen von Männern und Frauen klaffen weit auseinander, Chancengleichheit im Berufsleben firmiert als Zukunftsziel, und optimale Vereinbarkeit der Familie mit Erwerbstätigkeit existiert hauptsächlich im Reich der Wunschvorstellungen. Nach wie vor sind Väter, die in Karenz gehen, damit sie sich um den Nachwuchs kümmern können, eine Minderheit. Der erbitterte Kampf um Quoten hat bisher noch keine akzeptablen Ergebnisse gebracht, sondern wird vielfach mit einem amüsierten Lächeln oder Schulterzucken abgetan. Das Letzte, was man jetzt braucht, um all diese eklatante Ungleichheit zu beseitigen, ist eine Alibidiskussion über die Wehrpflicht für Frauen.

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