TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" Freitag, 23. Juli 2010, von Manfred Mitterwachauer: "Das rechte Lager gibt`s zum Nulltarif"

Das FP-Trauerspiel macht es Rudi Federspiel für die Innsbrucker Wahl 2012 mehr als leicht.

Innsbruck (OTS) - Wählervertreibung in Reinkultur. Nichts anderes betreiben derzeit die Innsbrucker Freiheitlichen. Aber das mit Bravour.
Die 71 Prozent, die der alte und somit neue Stadtparteiobmann Richard Heis Mittwoch zu später Stunde am außerordentlichen Stadtparteitag erzielen konnte, sind mehr Schein, als Sein. Der Heis`sche Sieg fußt in seinen Wurzeln auf der gezielten Ausschaltung aller Andersdenkenden innerhalb der Stadt-FP. Sei es durch bereits durchgeführte Parteiausschlüsse, die eher Stand- als Schiedsgerichten ähnelten, oder aber, dass braven Parteigängern das Stimmrecht für die Obmannwahl eiskalt entzogen wurde, nur weil sie nicht rechtzeitig ihren Mitgliedsbeitrag eingezahlt hatten. Nur zum Vergleich: An die 400 FPler hielten Landeschef Hauser und Heis mit dieser Paragraphenreiterei von der Obmannwahl fern. Bei der letzten Gemeinderatswahl in Innsbruck konnte die FP in Summe gezählte 2416 Stimmen für sich verbuchen. Man braucht nicht das große Einmaleins zu bemühen, um sich auszurechnen, wie viele Blaue Hauser und Heis in der Landeshauptstadt jetzt hinter sich zu vereinen mögen.
Das blaue Führungsdesaster wird das rechte Lager in Bewegung setzen. Ein Marsch, an dessem Ende bereits ein Rudi Federspiel (Liste Rudi) mit weit geöffneten Armen wartet. Federspiel, vor Jahren ebenfalls geschasster FP-Funktionär, weiß um die Gunst der Stunde. Denn das rechte Lager bekommt er für die nächste Gemeinderatswahl 2012 zum Nulltarif geschenkt. Federspiel braucht rechts der Mitte derzeit in Innsbruck keine Konkurrenz zu fürchten. Die Stadt-FP ist quasi tot, und auch die Bürgermeisterfraktion "Für Innsbruck" kann seit dem Abgang eines Christoph Platzgummer das sicherheitsfixierte und xenophobe Lager nicht länger zufriedenstellend bedienen. Bleibt ein lachender Dritter: Rudi F., wer sonst?

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