Spindelegger zum IGH-Gutachten zum Kosovo: "Belgrad und Pristina sollten nun die Statusfrage hinter sich lassen"

Außenminister appelliert an Belgrad mit Augenmaß und Realismus zu reagieren

Wien (OTS) - "Das nunmehr vorliegende Gutachten des IGH bestätigt die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo. Sie bestätigt dadurch auch die Richtigkeit der österreichischen Entscheidung, den Kosovo als unabhängiges Land anzuerkennen" erklärte Außenminister Michael Spindelegger in einer ersten Reaktion auf das heute veröffentlichte Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zum Kosovo.

"Das Gutachten sollte den Weg für weitere Anerkennungen frei machen und damit auch Einbeziehung diese jungen Staates in die internationale Gemeinschaft wesentlich erleichtern. Ich hoffe, dass nun auch die Europäische Union bald neue Einigung in dieser Frage finden wird und ihr Engagement im Kosovo weiter ausbauen kann", so der Außenminister weiter.

"Das Gutachten ist kein Grund für Triumphrufe von der einen oder der anderen Seite. Das Gutachten sollte vielmehr von Belgrad und Pristina als Chance genutzt werden, um ein neues Kapitel in den Beziehungen Serbien-Kosovo aufzuschlagen", unterstrich Spindelegger. Zunächst gelte es einen "modus vivendi" zu entwickeln und die Lösung dringender praktischer Fragen in Angriff zu nehmen. Offene Fragen in Bereichen wie Flüchtlingsrückkehr, Energie, Verkehr, Zoll, Gerichtsbarkeit oder Kulturgüterschutz könnten nur im Dialog gelöst werden und seien für die betroffenen Menschen von unmittelbarer Bedeutung. "Belgrad und Pristina müssen den Weg zu einem konstruktiven und direkten Dialog finden, nur dann kann das Zusammenleben nachhaltig und friedlich funktionieren."

"Ich appelliere an Serbien mit Augenmaß und Realismus zu reagieren. Belgrad und Pristina sollten nun die Statusfrage hinter sich lassen und alle Kräfte auf Reformen, wirtschaftlichen Entwicklung und Fortschritte in Richtung EU konzentrieren. Österreich wird sie dabei nach Kräften unterstützen", betonte der Außenminister abschließend.

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