Neues Volksblatt: "Ablenkung?" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 23. Juli 2010

Linz (OTS) - Bundespräsident Heinz Fischer hat nicht das Bedürfnis, sich mahnend und pointiert in die Tagespolitik einzumischen. Genau das Gegenteil ist der Fall; seine Nicht-Einmischung wird ihm oft sogar zum Vorwurf gemacht.
Und plötzlich geht der Herr Bundespräsident, der sonst so vorsichtig über die politischen Untiefen gleitet, mit der Wehrpflicht für Frauen aus der Deckung; mit einem Thema, bei dem außer Kritik, Spott und Hohn nichts zu holen ist.
Es kam, wie es kommen musste; nur in der SPÖ bemühte man sich um Schonung für den Genossen, der sein Parteibuch für die Zeit seiner Präsidentschaft zurückgegeben hat.
Man fragt ich, was den von Vorsicht und Rücksicht beseelten Heinz Fischer bewogen haben mag, sich für die Frauen-Wehrpflicht einzusetzen. War es ein kurzer Aussetzer? Wollte er als Oberbefehlshaber dem Bundesheer Gutes tun? Oder hat er aus Mitleid mit den Bürgern ein Thema gesucht, mit dem er _ wenigstens vorübergehend - den lähmenden Steuerstreit aus den Schlagzeilen bringen kann?
Wenn dem so war, dann war es wirklich nobel.
Allerdings hätte der Herr Bundespräsident das gleiche Ziel erreicht, hätte er sich einmal zu den echten Problemen dieses Landes geäußert.

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