"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Schuss ins Knie"

Heinz Fischer wagt sich aus der Deckung - aber an der falschen Front.

Wien (OTS) - Viel Mut zu riskanten Vorstößen hat unser Bundespräsident in seiner ersten Amtszeit nicht bewiesen. Egal welche Polit-Schlachten um ihn herum tobten, meist blieb Heinz Fischer sicher eingebunkert in der Hofburg und vermied es, aufseiten einer Konfliktpartei einzugreifen.
Beim Antritt seiner zweiten Amtszeit versprach das Staatsoberhaupt, künftig mehr in die Offensive zu gehen, "pointierter und konkreter" zu formulieren. Nach nur zwei Wochen löste Fischer das Versprechen ein und wagte sich aus der Deckung: Er könne sich die allgemeine Wehrpflicht auch für Frauen vorstellen; eine Entwicklung in diese Richtung sei denkbar.
Regierungsparteien und Opposition ließen daraufhin schwere Geschütze gegen ihn auffahren: Wehrpflicht für Frauen? Nicht mit uns! Prompt sprang der Oberbefehlshaber des Heeres zurück in den Schützengraben: Er sei ja auch nicht dafür.
Die Offensive war ein Schuss ins eigene Knie - auch, weil sie an der falschen Front gestartet wurde. Es gibt viel wichtigere, aktuelle Konfliktfelder, bei denen der Bundespräsident mutig angreifen sollte:
das Milliarden-Loch im Pensionssystem, der Stillstand beim Thema Bildung oder die überfällige Verwaltungsreform.

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