"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Erholsames Schweigen"

FPÖ-Chef Strache ist auffallend ruhig. Leider wohl nicht mehr lange.

Wien (OTS) - Etwas Seltsames passiert in diesem Land. Von FPÖ-Vormann Strache hört man wenig. Hier ein kurzer Kommentar zur Causa Zogaj, da ein Rüffelchen für die Regierung wegen der Budget-Verschiebung, dort leiser Zweifel daran, dass Rote und Schwarze die Privilegien in der Nationalbank beseitigen. Sonst nichts. Hat es dem Brachial-Rhetoriker die Red' verschlagen? Straches Zurückhaltung bei den Nationalbankern erstaunt besonders. Sein ehemaliger Mentor Jörg Haider hat diese anno dazumal als Gagen-Kaiser geoutet - und damit hohes politisches Kapital lukriert. Dass Strache ein Asyl-Volksbegehren en passant ankündigt, überrascht ebenfalls. Einst wurde eine derartige Initiative in blauen Reihen groß inszeniert.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Des Freiheitlichen Getöse fehlt niemandem. Es zeigt sich lediglich: Wenn er nicht hetzt und fetzt, fällt er nicht auf. Inhaltliche Würfe sind ja seine Sache nicht. Auch anderweitig tut er sich nicht hervor; Skandale hat seine Partei schon lange nicht mehr aufgedeckt. Und so wird Strache angesichts der bevorstehenden Wien-Wahl bald wieder das machen, was er am besten kann: krakeelen. Bis dahin ist geraten, sein Schweigen zu genießen.

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