Dürre-Gipfel sichert Hilfsmaßnahmen für Bauern

Hitzewelle bedroht Landwirtschaft. Teilweise 100 % Ernteausfälle. Schadenserhebung, Öffnung Katastrophenfonds, Prüfung Futtermittelaktion erste Maßnahmen

Klagenfurt (OTS) - Die aktuelle Witterung bringt die Kärntner Landwirtschaft in arge Bedrängnis. Auf Grund der anhaltenden Hitze drohen in Kärntens Landwirtschaft zum Teil 100%ige Ernteausfälle und damit Einkommenseinbußen für die Bauern.

"Wir müssen unsere Bauern bestmöglich entlasten. Wir lassen sie nicht im Stich. Daher habe ich heute Landwirtschaftskammer, Raiffeisen und Hagelversicherung zu einem Dürre-Gipfel eingeladen. Die Lage ist ernst", sagt Agrarlandesrat Josef Martinz heute.

Nach einem äußerst niederschlagsreichen Frühling - bis Mitte Juni -gibt es seit sechs Wochen keine nennenswerten Niederschläge bei überdurchschnittlich hoher Hitze.

"Die Dürre ist da. Ernteausfälle von bis zu 100 % sind kleinräumig bereits vorhanden. Vor allem im Lavanttal, im Bezirk Völkermarkt und am Krappfeld sind die Dürreschäden bereits massiv", weist Martinz hin. In anderen Regionen sind die Auswirkungen der Dürre punktuell unterschiedlich. Betroffen sind Grünland und der Ackerbau, hier besonders der Mais.

In einem ersten Schritt wird das Ausmaß der Schäden gemeinsam mit der Hagelversicherung punktgenau festgestellt. Ohne Katastrophenfonds sei laut Martinz eine ausreichende Hilfe für die Bauern nicht möglich. "LH Dörfler hat aber bereits auf die Forderung der Landwirtschaftskammer reagiert und die Öffnung des Katastrophenfonds angekündigt", so Martinz.
Martinz werde aber auch Kontakte mit der Steiermark herstellen, die ähnlich betroffen ist. In den anderen Bundesländern gebe es laut Martinz eher das gegenteilige Problem, dort gab es zu viele Niederschläge.

Weiters werden sofort die etwaigen Kosten für eine mögliche Futtermittel-Ankaufsaktion erhoben, aber dabei müsse der Bund laut Martinz mitfinanzieren. "Diese Aktion muss punktgenau ankommen. Wer Hilfe braucht, soll sich auch haben. In den letzten Dürre-Jahren haben wir rund 1,2 Millionen Euro aufwenden müssen", rechnet Martinz vor.

Auch LK-Präsident Walfried Wutscher bestätigt: "Man kann bereits von einer Katastrophe für einzelne Betriebe sprechen, wo ein Totalausfall der Ernte droht!"

Wutscher bezeichnet die Dürre heuer als wesentlich schlimmer, als im Jahr 2006. Im Juni seien lediglich 55 mm Niederschlag zu verzeichnen gewesen und im Juli gar nur mehr 24 mm. Der Jahresdurchschnitt in dieser Zeit liegt sonst bei 400 bis 500 mm Niederschlag. "Jetzt ist die wichtigste Phase im Wachstum der Pflanzen. Jetzt geht es um den späteren Ertrag. Die Dürre verhindert das", so Wutscher.

Auch die Tiergesundheit stehe auf einem Prüfstand. Herzprobleme bei Schweinen gehören ebenso dazu wie Qualitätsverluste bei Milch. "Unsere Bauern produzieren unter schwierigsten Bedingungen und unter strengsten Qualitätsauflagen. Sie werden jetzt auf eine harte Probe gestellt und stehen auch psychisch unter Druck", weist Wutscher hin, wenn die Landwirte zuschauen müssen, wie die Pflanzen, die ihre Existenz bedeuten, wegsterben. Fehlendes Futter zieht oft auch Notverkäufe bei Tieren nach sich, was wiederum den Preis unter Druck bringt.

Die Hagelversicherung wartet noch die Vegetationsperiode ab, um die Schäden auszubezahlen. 75 % der Kärntner Ackerflächen sind gegen Ernteausfälle durch Dürre versichert, das sind 6.500 Betriebe (die Hälfte der Bauern). Grünland ist noch nicht versicherbar! "Deshalb denken wir jetzt auch über eine Ernte-Ausfalls-Versicherung nach", so Martinz.

Weitere Maßnahmen, die das Agrarreferat den Bauern anbieten kann:
? Aufschiebung der Zahlungen bei AIK-Krediten
? Betriebsmittelkredite mit günstigen Konditionen. In Zusammenarbeit mit den Banken und einer Zins-Unterstützung durch das Agrarreferat

Schon 2001, 2003 und 2006 habe es ähnliche Witterungs-Verhältnisse gegeben und mussten Maßnahmen-Pakete für die heimische Landwirtschaft geschnürt werden, um die Ernteeinbußen durch die Dürre bestmöglich abzufangen.

Beim Dürre-Gipfel anwesend:
LR Josef Martinz
LK-Präs. Walfried Wutscher für die Landwirtschaft,
DI Peter Messner von Raiffeisen Lagerhäuser,
Ing. Hubert Gernig von der Hagelversicherung (Versicherung auch für Frost- und Dürreschäden)
(SCHLUSS)

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