GBH: Derzeit haut das Arbeiten im Freien sogar den stärksten Bauarbeiter um!

Während viele in den Schatten, das kühle oder sogar klimatisierte Büros flüchten können, müssen Bauarbeiter den ganz Tag in der Hitze bleiben!

Wien (OTS/ÖGB) - Bauarbeiter sind bei ihrer schweren Arbeit -
neben zahlreichen anderen Belastungen - auch der Witterung stark ausgesetzt. Das gilt nicht nur für "schlechtes" Wetter, auch Ozon und UV-Strahlung erhöhen die berufsbedingten Gesundheitsrisiken für Bauarbeiter. ++++

"Leider ist es für unsere Bauarbeiter nicht möglich, einfach in den Schatten zu flüchten, wie es die Experten raten. Vielmehr sind sie den ganzen Tag über, entgegen jeder medizinischen Empfehlung, extremer Hitze und dadurch der Belastung durch die UV-Strahlung ausgesetzt", erklärt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Johann Holper.

"Versuchen Sie einmal einen ganzen Tag lang, einfach nur in der Sonne zu stehen. Unsere Bauarbeiter müssen aber zusätzlich auch noch körperlich schwerste Arbeiten verrichten. Die Folgen sind nicht nur Sonnenbrände, sondern auch schwere Erkrankungen bishin zu Hautkrebs. Dazu kommen noch hitzebedingte Kreislaufbelastungen sowie Schädigungen der Augen durch die UV-Strahlung. Das haut dann sprichwörtlich auch den stärksten Bauarbeiter um", so Holper weiter.

Sonnenschutzmaßnahmen sind für Bauarbeiter besonders wichtig!

Allen Bauarbeitern wird dringend geraten, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wie Sonnenschutz, geeigneter Bekleidung, Sonnenbrillen und vor allem ausreichender Flüssigkeit vor der Sonne zu schützen. Da die Haut im Frühjahr noch besonders empfindlich ist, muss bereits frühzeitig mit Schutzmaßnahmen begonnen werden.

"Wir sind deshalb seit Jahren auf Baustellen unterwegs, um Schutzartikel zu verteilen und persönliche Aufklärungsgespräche zu führen. Aber auch die Arbeitgeber sind gefordert! Nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und der Bauarbeiterschutzverordnung müssen sie dafür sorgen, dass ihre ArbeiterInnen bestmöglich geschützt werden. Sonnenbrillen und Hautschutz gehören genau so zur persönlichen Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhe und Helme", erläutert der Experte für Gesundheit und Arbeitnehmerschutz und Leitende Sekretär der GBH, Andreas Huss.

Die Arbeitgeber sind seit 9. Juli verpflichtet, Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen!

Endlich ist durch die mit 9. Juli 2010 in Kraft getretene Verordnung klar geregelt, dass die Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind, geeignete Schutzausrüstung - bestehend aus Sonnenbrille, Bekleidung, Sonnencreme - zu Verfügung zu stellen. Weiters sind bei entsprechend hoher UV-Belastung technische und/oder organisatorische Maßnahmen (Abschattungen oder Arbeitsplatzwechsel) zum Schutz vor zuviel UV-Strahlung zu setzen. "Diese Verordnung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Umsetzung muss aber mit laufenden Kontrollen und Informationskampagnen begleiten werden", sieht Huss noch Probleme in der Praxis.

Gesundheitsgefährdung durch Ozon gehört auch in das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz

Eine wichtige Forderung der GBH ist jedoch noch immer offen. Darin werden die politisch Verantwortlichen aufgefordert, die Gesundheitsgefährdung durch bodennahes Ozon endlich in die Regelung des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes einzubeziehen. "Bodennahes Ozon ist ein gesundheitsgefährdendes Reizgas, welches in Verbindung mit starker UV-Strahlung, Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen entsteht. Beide stammen vorwiegend aus dem Straßenverkehr. Während bei der Ozon-Vorwarnstufe oder Warnstufe dringende Empfehlungen an die Bevölkerung ergehen, anstrengende Tätigkeiten wie z. B.: Sport im Freien zu vermeiden, müssen unsere Bauarbeiter weiter in der Hitze arbeiten. Das kann es einfach nicht sein", fordert Huss die Politik zum Handeln auf.

"Die Gewerkschaft Bau-Holz hat gemeinsam mit der AUVA schon vor einigen Jahren eine Aktion gestartet, in der auf die Gefahren der Arbeit im Freien hingewiesen wird! Jetzt muss endlich eine gesetzliche Regelung her, damit unser Bauarbeiter nicht weiter ihre Gesundheit bei ihrer täglichen Arbeit auf Spiel setzen", so Holper abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft Bau-Holz
Andreas Huss, MBA
Tel.: +43 664 6145534
E-Mail: andreas.huss@gbh.at

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