LH Dörfler: Untersuchungskommission zur Klärung der Sprengstoffattentate in den 70er Jahren beauftragt

Lückenlose Klärung der Anschlagsserie in Südkärnten eingeleitet

Klagenfurt (OTS/LPD) - Um die Sprengstoffattentate in den 1970er Jahren im Südkärntner Raum endgültig aufzuklären, hat Landeshauptmann Gerhard Dörfler heute, Donnerstag, eine hochrangige Untersuchungskommission beauftragt, Recherchen und Untersuchungen aufzunehmen. "Nach fast 40 Jahren ist es an der Zeit, endlich Klarheit über die Drahtzieher und die Verantwortlichen für die Anschläge zu erlangen. Wer die Schuldigen der Terrorserien in Südkärnten sind, ist bislang unbekannt", so Dörfler. Die Zeit sei überreif, dass hier endlich Klarheit herrscht.

Vorsitzender der Untersuchungskommission wird der Direktor des Landesarchives, Wilhelm Wadl, sein. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt Alfred Elste, der sich in den letzten Jahren als Experte in diesem Bereich erwiesen hat und sehr hohes Ansehen in Fachkreisen wie auch in der Öffentlichkeit genießt. "Sowohl Direktor Wadl wie auch Professor Elste haben in zahlreichen Veröffentlichungen bewiesen, dass sie an einer ausgewogenen, sachlichen Aufklärung der Anschlagsserie interessiert sind. Ich gehe davon aus, dass es ihnen durch intensive Recherche gelingen wird, Licht in die dunkle Anschlagsserie im Südkärntner Raum zu bringen", erklärte Dörfler.

In den 1970er Jahren hat es in Kärnten etwa 20 Sprengstoffanschläge gegeben. Sie galten u a. Partisanendenkmälern, Einrichtungen von Deutsch-Kärntner Organisationen und Infrastruktureinrichtungen in Kärnten. Dramatischer Schlusspunkt der Anschlagsserie war der Bombenanschlag auf das Völkermarkter Museum am 18. September 1979, bei dem ein Mitarbeiter schwer verletzt wurde und zwei jugoslawische Attentäter gefasst werden konnten.

Entgegen bisherigen Vermutungen und Darstellungen ergibt sich aus in jüngster Zeit publik gewordenen Akten des ehemaligen jugoslawischen Geheimdienstes, dass dieser der Urheber der Anschläge war und dass auch Kärntner Slowenen, darunter hochrangige Funktionäre der Volksgruppe, an den Bombenanschlägen der 70er Jahre beteiligt gewesen sein sollen.

"Die jüngsten Erkenntnisse über mögliche Beteiligung von Kärntner Slowenen sowie des jugoslawischen Geheimdienstes bringen noch mehr Brisanz in die Causa der Anschlagsserie, weshalb eine Klärung der Attentate definitiv unausweichlich ist", so Dörfler, der bereits im Mai dieses Jahres mittels einer Resolution der Kärntner Landesregierung Bundeskanzler Werner Faymann, Außenminister Michael Spindelegger, Innenministerin Maria Fekter und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner aufgefordert hat, sämtliche Akten offen zu legen und für weitere Untersuchungen dem Land Kärnten zur Verfügung zu stellen. Zudem solle die Bundesregierung im Rahmen der diplomatischen Beziehungen die Republik Slowenien auffordern, sämtliche Akten offenzulegen, welche in Verbindung zur Anschlagsserie stehen könnten und darüber hinaus sich aktiv an einer Aufklärung der Vorfälle zu beteiligen.

"Im Interesse einer friedlichen Entwicklung im Lande erscheint es dringend notwendig, sämtliche Akten offenzulegen, um die Hintergründe einer möglichen aktiven Beteiligung von österreichischen Staatsbürgern endgültig aufzuklären", so Dörfler, der davon ausgeht, dass die Untersuchungskommission unter Direktor Wadl bis 2012 zu einem Ergebnis seiner Aufklärungsarbeit kommen wird.

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