AIDS: Ärzte fordern mehr Aufklärungsunterricht an Österreichs Schulen

Über Gefahren vor Ansteckung mit HIV muss bereits im Unterricht informiert werden - Verharmlosung von AIDS ein "seuchenpolitisches Risiko"

Wien (OTS) - Anlässlich der Internationalen AIDS Konferenz fordert die Ärztekammer erneut ein klares politisches Bekenntnis zu mehr Prävention in Österreich, "im Besonderen zur Forcierung von Sexual-und Aufklärungsunterricht in den Schulen". Besonders junge Menschen müssten über die Gefahren einer Ansteckung mit HIV ausreichend informiert und aufgeklärt werden", betonte der Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner. ****

Noch immer nehmen die Themen Emotion, Geschlechtskrankheiten und Verhütung im Sexualunterricht an Österreichs Schulen zu wenig Platz ein. Im Sinne eines umfassenden medizinischen Präventionsgedankens sollten jedoch auch diese, gerade für Jugendliche wichtigen, Themen, umfassend behandelt werden, ist Dorner überzeugt. Dass HIV/AIDS noch immer eine tödliche Krankheit sei, wüssten zwar viele Schülerinnen und Schüler. Und auch das Wissen über die häufigsten Übertragungswege sei sehr gut. Allerdings lasse die praktische Umsetzung "gewaltig zu wünschen übrig". Risikobewusstsein und konkretes Handeln stünden damit im Widerspruch zum Wissen der Jugendlichen.

In diesem Zusammenhang teilt Dorner auch allen Tendenzen eine Absage, AIDS als übertragbare unheilbare und zum Tod führende Krankheit zu leugnen oder gar in Abrede zu stellen. Dies stehe in krassem Widerspruch zur evidenzbasierten Medizin, der alle Ärztinnen und Ärzten per Gesetz verpflichtet sind.

"Mit solchen Meldungen, die leider auch vereinzelt von fehlgeleiteten Medizinern kommen, erzeugt man ein seuchenpolitisches Risiko", meint Dorner. Die Folge wären Fälle wie jener gerade medial berichtete, der ein unschuldiges Kind sein gesundes Leben gekostet habe. Man unterminiere damit "in sträflicher Weise" das Bewusstsein der Menschen hinsichtlich der realen Gefahren, die von HIV/AIDS ausgingen, "etwas, das die ärztliche Gemeinschaft auf Dauer auch nicht dulden wird". (kmc)

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