"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Harte Strafen für Raser machen Sinn" (Von ALOIS VAHRNER)

Ausgabe vom 17. Juli 2010

Innsbruck (OTS) - Der Vorstoß von Verkehrsministerin Bures, dass extreme Schnellfahrer einen Strafpunkt im Vormerksystem bekommen sollten, ist positiv.

Am liebsten wären mir gar keine Verkehrsstrafen", hatte Ministerin Doris Bures im Vorjahr in einem TT-Interview fast schon in Missachtung der gähnend leeren Staatskassen behauptet. Dann nämlich, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer penibel an die Regeln halten würden. Da dieser fromme Wunsch ans Christkind trotz aller Appelle kaum in Erfüllung gehen wird, bedarf es eben auch verstärkter Kontrollen und Strafen - abstruse Radikalmaßnahmen wie die Zwangsversteigerung von Autos in Italien sind ohnehin abzulehnen.

Ob alkoholisierte Lenker, Raser und Eltern, die ihre Kinder im Auto nicht sichern: Für alle wurden mit 1. September des Vorjahres bereits die Geldbußen teilweise empfindlich erhöht. Jetzt will die Verkehrsminister noch eins drauflegen: Extreme Raser (also um mindestens 40 bis 50 km/h zu schnell außerhalb des Ortsgebiets) sollen einen Strafpunkt im Vormerksystem bekommen.

Auch wenn sich ÖVP, FPÖ, BZÖ und Autofahrerclubs noch gegen die Verschärfung querlegen: Der Bures-Vorstoß ist nachvollziehbar, zumal es ja nicht um kleinere Geschwindigkeitsüberschreitungen geht. Und die machen ja das Gros der heuer allein in Tirol an die 500.000 zu erwartenden Radarstrafen aus.

Viel zu schnelles Fahren ist ja kaum weniger gefährlich als etwa Drängeln und Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes, das Überfahren einer roten Ampel oder das Befahren des Pannenstreifens auf der Autobahn. Für die letztgenannten Delikte drohen im Vormerksystem seit Jahren Strafpunkte und bei Wiederholung der Verlust des Führerscheins für drei Monate. Nicht Alkohol, sondern Rasen ist Hauptursache für Unfälle. 1400 Verkehrstote in den letzten fünf Jahren sind das stärkste nur vorstellbare Argument.

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