Neues Volksblatt: "Viel Feind..." (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 17. Juli 2010

Linz (OTS) - Einen recht rüden Umgangston pflegt Unterrichtsministerin Claudia Schmied mit den Bundesländern. "Die Chefin bin ich und auf Eure Meinung bei der Bestellung von Schuldirektoren pfeife ich", ist die etwas freie Übersetzung einer Weisung an die Landesschulräte, die Vorschläge künftig nicht mehr gereiht, sondern nur noch alphabetisch geordnet nach Wien zu schicken.
Dass die Reihung durch das demokratisch besetzte Landesschulratskollegium unter Einbeziehung der Schulpartner erstellt wurde, ist der SPÖ-Ministerin, die sonst so viel von Schulpartnerschaft redet, ziemlich wurscht. Sie entscheidet allein -Schulpartnerschaft, Mitsprache, Demokratie, was ist das?
Wie man hört, treibt das neue System der Direktorenbestellung bereits seltsame Blüten. So soll ein in Niederösterreich erstgereihter Kandidat für einen Direktorsposten vom Ministerium auf Platz zwei umgereiht worden sein - obwohl in beiden Fällen das gleiche Personalberatungsunternehmen beteiligt war.
Warum? Das kann wohl nur die Ministerin beantworten.
In den Bundesländern, und zwar in allen, egal ob schwarz, rot oder blau geführt, wird die ministerielle Entmündigung als unfreundlicher gewertet. Politik nach dem Motto: Viel Feind, viel Ehr!

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