Gaßner: Solidarität mit den kritischen Milchbauern Europas

Überzeugende Arbeit der IG-Milchbauern

Wien (OTS/SK) - "Volle Solidarität mit den kritischen Milchbauern Europas. Die überzeugende Arbeit der IG-Milchbauern zeigt was eine kompetente Bauernvertretung erreichen kann", zeigte sich SPÖ-Landwirtschaftssprecher Kurt Gaßner erfreut. Er zeigte sich auch beeindruckt von der Konsequenz, Geschlossenheit und Zielstrebigkeit der Vertreter der kritischen Milchbauern Europas, die heute, Donnerstag, im Rahmen eines offenen Informationsaustausches in Wien spezifische Länderfragen, aber auch ein gesamteuropäisches strategisches Vorgehen für die Zukunft der europäischen Milchbauern, diskutierten. Es waren Vertreter der heimischen IG-Milch und des European Milk Board (EMB) - unter anderem aus der Schweiz, Italien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg - anwesend. ****

Die SPÖ hat den Kampf der IG-Milch für einen gerechten Erzeugerpreis von Anfang an unterstützt. 2003 verteilte die Regierung Schüssel/Grasser die Milchquote lediglich an 12.000 österreichische Milchbetriebe, 38.000 gingen damals leer aus. Gegen diese Ungerechtigkeit reichten die SPÖ-Bauern Klage beim Verfassungsgerichtshof ein. "Wir waren erfolgreich im Kampf gegen diese Ungerechtigkeit und seither müssen die Milchquoten auf alle Bauern aufgeteilt werden", betonte Gaßner.

"Wir waren auch auf der Seite der IG-Milchvertreter, als im April 2009 mehr als 1.500 Milchbauern aus ganz Österreich für bessere Bauernmilchpreise demonstrierten und eine machtvolle Demonstration vor dem Parlament angeführt haben. Auch Bundeskanzler Werner Faymann hat die Vertreter der IG-Milch empfangen, sich eineinhalb Stunden Zeit genommen, und sich ihre Sorgen und Vorschläge in Bezug auf die prekäre Lage auf dem Milchmarkt angehört", so Gaßner. Der Bundeskanzler zeigte sich danach im Gespräch mit Journalisten betroffen von der Dramatik der Situation der Milchbauern. "Seither sehe ich mich als Landwirtschaftssprecher in einer Linie mit dem Bundeskanzler, der eine generelle Systemänderung im Bereich auch der Agrarförderung wünscht. Nicht die morschen Strukturen in der Bauernvertretung und der Molkereiwirtschaft sondern die Milchbauern müssen verstärkt direkt gehört und unterstützt werden", forderte der SPÖ-Landwirtschaftssprecher.

Gerechtigkeit für Milchbauern

Nicht unerwähnt lassen möchte Gaßner, dass sich die SPÖ im Rahmen der Marktordnungsverhandlungen eine viel weitreichendere Lösung für Österreichs Milchbauern gewünscht hätte. Dem damals vorliegenden Kompromiss - Verschärfung statt völliger Abschaffung der Saldierung -wurde nur aufgrund der Unbeweglichkeit des Koalitionspartners zugestimmt. "Es war bei Weitem nicht die beste Lösung, aber zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", so Gaßner.

Bedauerlicherweise habe sich an der Situation der österreichischen und der europäischen Milchbauern bis heute nichts grundlegend geändert. In der weiter andauernden Krise der Produzentenpreise sei eine rasche, deutlich wirksamere marktentlastende Mengensteuerung im Rahmen der Milchmarktordnung die wichtigste Maßnahme, um zu einem kostendeckenden und gerechten Milchpreis zu kommen. "Keine weiteren (Gratis)Quotenaufstockungen, Abschaffung der Saldierung zwischen Über- und Unterlieferung, freiwilliger Lieferverzicht und flexible Mengensteuerung in Bauernhand sind diesbezüglich die zentralen Forderungen der SPÖ.

"Unser aller Ziel muss die Sicherung gerechter bäuerlicher Einkommen und der heimischen Arbeitsplätze auf den Höfen und damit im ländlichen Raum sein", so Gaßner.

Abschließend hielt Gaßner fest: "Denen, die sich kürzlich gerühmt haben, im Wiener Hotel Sacher mit dem EU-Agrarkommissar bei einem Mittagessen Small-Talk geführt zu haben, sei ins Stammbuch geschrieben: Sprechen Sie mit den EMB-Milchvertretern, vor allem auch aus Österreich, wenn Sie an der Meinung von echten und praktizierenden Bauern-Standesvertretern wirklich interessiert sind, die an und mit der Basis als auch den Konsumentinnen und Konsumenten so erfolgreich zusammenarbeiten. Ich bin überzeugt, Sie könnten durchaus das eine oder andere sehr gut davon gebrauchen. Denn den heimischen und europäischen Milchbäuerinnen und Milchbauern muss endlich Gerechtigkeit widerfahren." (Schluss) rb/mp

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