Evangelischer Oberkirchenrat zu Korruptionsvorwürfen gegen Kirche in Tansania

Verantwortlicher Bischof nicht mehr im Amt - Kirche in Tansania hat Konsequenzen gezogen

Wien (OTS/epdÖ) - Zu den Korruptionsvorwürfen gegen die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania hat die Evangelische Kirche A.B. in Österreich Stellung genommen. "Wir bedauern es, dass es zum Missbrauch von Spendengeldern speziell beim Krankenhaus in Bulongwa der Süd Zentral Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania gekommen ist. Dieser Missbrauch, der sich hauptsächlich im Jahr 2004 ereignete, konnte bedauerlicherweise bis heute nicht restlos aufgeklärt werden. Die Verantwortlichen des Krankenhauses sind bei Gericht angezeigt, die Verfahren sind noch im Gange", berichtet Bischof Michael Bünker. Der damals in Tansania verantwortliche Bischof, dem Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen wird, ist nicht mehr im Amt, da ihn die Synode nicht wiedergewählt hatte. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania habe, so Bünker, tiefgreifende Konsequenzen gezogen, um die Vorfälle aufzuklären und eine Weiterführung der Arbeit in Bulongwa zu ermöglichen. Die Betreuung der Aids-Patienten in Bulongwa sei nach Auskunft des jetzt zuständigen Bischofs Hance Mwakabana gut. Zusätzlich bestehe ein Programm für Hauskrankenpflege und eine Krankenpflegeschule biete 70 Ausbildungspllätze. Dass sich 500 Personen für diese Plätze beworben haben, zeige laut Mwakabana, "dass das Vertrauen der Gemeinden und der Menschen wieder zurückgewonnen wurde".

Scharf zurückgewiesen werden von Bünker und dem evangelischen Oberkirchenrat Karl Schiefermair, in dessen Ressort der Bereich Entwicklungszusammenarbeit liegt, "dass einseitige Informationen ein unzutreffendes Zerrbild der heutigen Zustände in Bulongwa zeichnen". Hier sollten stets auch die Verantwortlichen für das Krankenhaus, also die Leitenden der Süd Zentral Diözese befragt werden. Die deutschen Partnerorganisationen und Missionswerke hätten ebenfalls "unverzüglich und konsequent" gehandelt. Schiefermair: "Sie haben vollständige Aufklärung der Vorfälle verlangt, ebenso folgte eine Umstrukturierung in der Tansanischen Kirche und im Krankenhaus von Bulongwa." Unmittelbar nach Aufkommen der Vorwürfe seien alle bilateralen Zahlungen eingefroren worden, erst jetzt werde nach sorgfältiger Prüfung wieder damit begonnen, die Spendengelder ihrem Bestimmungszweck zukommen zu lassen.

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