"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Verfolgte Unschuld" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 13.07.2010

Wien (OTS) - Karl-Heinz Grasser hält sich für unschuldig: Er hat nicht gewusst, dass seine engsten Freunde bei der Buwog-Privatisierung Millionenhonorare kassiert haben. Geheime Rechnungshofprotokolle haben ihm Heinzelmännchen auf den Schreibtisch gelegt. Niemand hat je versucht, illegal an Unterlagen heranzukommen.

Wir wollen das glauben. Noch besser wäre: Die Justiz bestätigt nach Prüfung aller Fakten, nach Hausdurchsuchungen und Kontoöffnungen seine Unschuld.

Bisher hat die Justiz nicht den Eindruck vermittelt, dass sie es besonders eilig hat. Verdächtig sind dabei der Eifer, mit dem das BZÖ ihr einstiges Aushängeschild verteidigt - und das Schweigen der ÖVP dazu.

Die müsste doch größtes Interesse haben, dass ihr Parademinister schnellstmöglich superrein gewaschen wird. Oder sollten Pröll, Schüssel, Molterer & Co. etwas wissen, was zögerliche Untersuchungen wünschenswert erscheinen lässt?

Hoffen wir, dass die Justiz bald Fahrt aufnimmt und die Wahrheit ans Licht bringt. Vielleicht schafft ja schon die nächste Verhandlung am Donnerstag beim Prozess Grassers gegen einen Ex-Mitarbeiter mehr Klarheit

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