Grillitsch: Landwirtschaft auf Saisoniers aus Drittstaaten angewiesen

Ausweitung der Dauer der Beschäftigungsbewilligung notwendig

Wien (OTS) - Die EU-Kommission plant, am 13.07. in einem zweiten Anlauf eine EU-Richtlinie durchzusetzen, um in Europa die steigende Nachfrage nach Saisonarbeitskräften besser regeln zu können. Demnach soll in Zukunft jeder Mitgliedstaat per Schnellverfahren Anträge innerhalb von 30 Tagen erledigen können, sofern ein fixer Arbeitsvertrag oder ein verbindliches Jobangebot vorliegt. Die EU-Kommission möchte die Gültigkeit der auf sechs Monate pro Jahr begrenzten Arbeitsbewilligung auf drei Jahre ausweiten.

"Österreichs Landwirtschaft setzt bei Saisonarbeitskräften in erster Linie auf EU-Bürger. Über 80% der land- und forstwirtschaftlichen Saisoniers kommen aus den neuen EU-Mitgliedstaaten, bei den Erntehelfern sind es sogar 98%. Trotzdem können wir auf Arbeitskräfte aus Drittstaaten nicht verzichten. Wir begrüßen deshalb den Vorschlag der EU-Kommission für eine Beschleunigung der Antragsabwicklung und Ausweitung der Beschäftigungsbewilligung", so der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Fritz Grillitsch, in einer ersten Stellungnahme zum bevorstehenden Kommissionsbeschluss.

"Mittel- und langfristig brauchen wir auch Helfer aus Drittstaaten in der Land- und Forstwirtschaft. Es gibt viele Stammarbeitskräfte auf Bauernhöfen, die mit den betrieblichen Abläufen bestens vertraut sind und nicht einfach ersetzt werden können. Weiters müssen Mitarbeiter für besonders gefährliche Tätigkeiten, wie etwa die Holzschlägerung, entsprechend geschult werden beziehungsweise über eine spezielle Ausbildung verfügen. Hier gehören nun einmal viele bosnische Helfer zu den Bestausgebildeten, auf die wir nicht verzichten können. Die Vermittlung ungeschulter Arbeitskräfte wäre ein viel zu großes Risiko", so der Bauernbundpräsident.

Hintergrund ist, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer heute bestätigt hat, dass der österreichische Arbeitsmarkt weiterhin Saisoniers aus Drittstaaten benötigt, sich aber gegen den EU-Vorschlag ausgesprochen hat. "Wir brauchen in der Landwirtschaft schon allein aus rein praktischen Gründen eine Ausdehnung der Beschäftigungsdauer für Saisoniers aus Drittstaaten von sechs auf mindestens neun Monate. Die Arbeiten etwa im Weinbau beginnen mit dem Rebschnitt im Dezember und enden mit der Lese im Herbst des Folgejahres. Ich fordere Hundstorfer auf, einer Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung endlich zuzustimmen. Es geht hierbei schlicht darum, dass Österreichs Bauern ihre Ernte zeitgerecht und in der vom Konsumenten gewünschten Qualität einfahren können", so Grillitsch. (Schluss)

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