Mit 44 Jahren "zu alt für ein dynamisches Team": AK erreichte Entschädigung wegen Altersdiskriminierung

Linz (OTS) - "Wir sind doch ein sehr junges Team und möchten gerne eine jüngere Mitarbeiterin aufnehmen." Mit dieser Begründung lehnte eine Firma die Bewerbung einer 44-jährigen, für die ausgeschriebene Stelle im Sekretariat bestens qualifizierten Linzerin ab. Die Arbeiterkammer ging für die Frau vor Gericht und erreichte eine Entschädigung von 610 Euro.

Auf exakt die gleiche Art wurde übrigens von derselben Firma auch eine zweite, 48 Jahre alte Bewerberin abgelehnt. Auch sie bekam mit Hilfe der AK eine Entschädigung von 610 Euro.

Per Inserat hatte die Firma "eine/n Mitarbeiter/in für das Sekretariat mit Praxis zur Erweiterung unseres dynamischen Teams" gesucht. Gefragt seien, so der Inseratentext weiter, einige Jahre Erfahrung in einem Sekretariat vorzugsweise bei einem Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Die Stelle schien wie zugeschnitten auf die beiden Bewerberinnen. Die 44-Jährige verfügte über mehrere Jahre Praxis in einer Steuerberatungskanzlei, die 48-Jährige hatte ebenfalls mehrere Jahre bei mehreren renommierten Unternehmen als Sekretärin gearbeitet. Beide Frauen fühlten sich nach der Absage nicht nur gepflanzt -schließlich war in der Anzeige eine mehrjährige Praxis gefordert worden - sondern auch herabgesetzt. "Wieso sollte ich nicht in der Lage sein, in einem dynamischen Team zu arbeiten? Das ist nicht nur eine persönliche Abwertung, das wertet die Arbeitsleistung einer ganzen Generation ab", formulierte es die 48-Jährige. Das Gesetz sieht in so einem Fall normalerweise eine Entschädigung von bis zu 500 Euro vor. Aufgrund dieser Abwertung und Demütigung konnte ein etwas höherer Betrag erzielt werden.

"Ich bin sehr froh, dass die beiden Frauen beschlossen haben, gegen die Diskriminierung aufzutreten", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Es sei damit erstmals ein deutliches Zeichen gesetzt worden, dass auch eine Diskriminierung aufgrund des Alters nicht einfach hingenommen werden muss.

Für die Arbeiterkammer zeigt der Fall jedenfalls sehr deutlich, wie absurd derzeit Diskussionen über ein Hinaufsetzen des Pensionsalters sind, wenn bereits 44-Jährige für ganz normale Jobs als zu alt gelten.

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