LR Anschober: Dienstag Lostag gegen Gentechnik in Europa

US-Studie zeigt massive Verteuerung der Landwirtschaft durch Einsatz von GVO-Saatgut - OÖ Initiativen gegen GVO-Aussaat in Grenzregionen setzen.

Linz (OTS) - Nach acht Jahren engagierter Vernetzungsarbeit Oberösterreichs steht am Dienstag in Brüssel die Entscheidung über ein Selbstbestimmungsrecht der Regionen an. OÖ Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "2003 haben wir unser Netzwerk der europäischen Regionen für ein Selbstbestimmungsrecht der Regionen und gegen GVO in Europa gestartet. Mittlerweile machen in diesem Netzwerk 51 Regionen, die über 100 Millionen Bürger vertreten, gemeinsam Druck für eine Änderung der EU-Politik in Sachen Gentechnik. Einiges ist mittlerweile gelungen, die Mehrheit der Mitgliedsstaaten konnte in unserem Sinn verändert werden. Noch ist offen, ob sich die EU-Kommission tatsächlich in unserem Sinn entscheidet oder wieder einen faulen Kompromiss fixiert. Dienstag wird damit zum Lostag gegen Gentechnik in Europa."

Wie richtig der Weg ohne GVO-Saatgut ist, zeigt auch eine aktuelle Studie des "US Organic Center". Nicht nur, dass Gentechnik die Biolandwirtschaft gefährdet, die langfristigen Folgen unbekannt sind, Abhängigkeit statt Vielfalt entsteht, sind auch die Folgekosten laut dieser Studie enorm. In den USA, die großflächigen Anbau von GVO-Saatgut realisiert hat, sind die Saatgutpreise in den letzten 35 Jahren für Sojabohnen um 63 Prozent gestiegen. Von 2001 bis 2010 hingegen um 230 Prozent. GVO-Maissaatgut kostet rund 70 Prozent mehr als konventionelles Maissaatgut.

LR Anschober: "GVO-Kritiker haben immer gewarnt, dass es darum geht, Abhängigkeit zu schaffen, um dann mit den Preisen nach oben zu gehen. Diese Zahlen sprechen Bände. Europa darf diesen falschen Weg nicht gehen. Es ist gut und ermutigend, dass in Europa der Einsatz von GVO-Saatgut im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen ist."

Auch mit den Nachbarländern will das Land Oberösterreich nun im Rahmen der Anti-GVO-Politik verstärkt zusammenarbeiten. In Italien, Slowenien und der Schweiz findet kein GVO-Anbau statt. In Deutschland gilt das Anbauverbot für MON 810 auch heuer. Der kommerzielle Anbau der Amylopektinkartoffel Amflora wird nicht in den benachbarten Bundesländern, sondern hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern (15 ha - massiver Widerstand der Bevölkerung) verwirklicht. In der Slowakei gibt es Anbau von rund 1770 ha im Osten - jeweils mehr als 100 km von der österreichischen Grenze. Und mit der Kreisregierung Südböhmens will Anschober in den nächsten Wochen in einen intensiven Dialog treten, um einen Anbau in unmittelbarer Grenznähe zu Oberösterreich in Zukunft auszuschließen und eine generelle Veränderung der GVO-Linie zu erörtern. In Tschechien ist der GVO-Anbau rückgängig, lag 2009 bei 6480 ha MON 810.

LR Anschober abschließend: "Vor 10 Jahren startete die GVO-Lobby mit dem Ziel, innerhalb eines Jahrzehnts flächendeckenden Anbau in Europa wie in den USA zu erreichen. Damit ist die Lobby gescheitert, der GVO-Anbau beginnt zu sinken. Der Dienstag wird ein Entscheidungstag, ob die EU-Kommission aus der klaren Ablehnung von Gentech-Lebensmitteln durch die europäischen Bürger die Konsequenz zieht und ihre Politik grundlegend verändert. Eine überwältigende Mehrheit der EU-Bürger fordert dies."

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Büro Landesrat Rudi Anschober, Mag. Rudi LEO, Pressesprecher, Tel: +436648299969, rudi.leo@ooe.gv.at, Promenade 37, 4020 Linz, www.anschober.at

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