"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Geld oder Quiz"

Medizin- und andere Unis sieben gnadenlos aus. Sie können leider nicht anders.

Wien (OTS) - Wer im Herbst in Österreich ein Medizinstudium beginnen will, hat statistisch eine Chance von eins zu fünf, dass er das kann. Der Andrang ist so groß, dass die Unis mit Aufnahmetests beinhart vorauswählen. Die WU Wien macht es Studierwilligen auch nicht leicht. Sie führt im Herbst eine Eingangsphase mit Knock-out-Prüfungen ein, weil es ihr die Regierung verboten hat, Zugangsbeschränkungen einzuführen.
Von einem "freien Hochschulzugang" kann da natürlich keine Rede mehr sein. Den Unis mit den Rektoren an der Spitze kann man das aber nicht vorwerfen. Sie müssen mit dem Geld, das sie vom Staat bekommen, auskommen. Und das ist leider viel zu wenig, um jedem Studierwilligen in jedem Fach eine Bildung unter akzeptablen Bedingungen zu ermöglichen. Außerdem ist es immer noch besser, jemand weiß nach einem Aufnahmetest sofort, ob er studieren kann, als er bricht ein völlig überlaufenes Fach nach zwei Jahren frustriert ab, weil er monatelang keine Prüftermine bekommen hat.
Die einzige Alternative ist mehr Geld für die Unis. Die Regierung sagt, das hat sie nicht. Das Argument ist aber ein schlechtes, so lange nach wie vor Milliarden Euro im Pensionssystem, in der aufgeblähten Verwaltung oder in den Staatsbahnen verpulvert werden.

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