Berufstätige Eltern mit Schulsituation unzufrieden - AK fordert mehr Ganztagsschulen und mehr Förderung

Linz (OTS) - Endlich Ferien! Zumindest jene Schülerinnen und Schüler, die ohne "Nachzipf" in die Sommerpause starten, haben allen Grund zum Feiern. Nicht so ihre Väter und Mütter: Das österreichische Schulsystem ist mit der Lebensrealität berufstätiger Eltern schlicht nicht kompatibel. Das bestätigt nun auch eine Studie im Auftrag des Katholischen Familienverbandes.

Die Studie "So fühlen sich Eltern in Österreich" beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Schule. Dabei zeigt sich, dass berufstätige Mütter mit der Schulsituation ihrer Kinder signifikant unzufriedener sind als alle anderen Elternteile. Die Unzufriedenheit steigt mit dem Ausmaß der Berufstätigkeit und ist am höchsten, wenn Mütter 40 Stunden oder mehr arbeiten. Fast die Hälfte der Eltern gibt zudem an, den Kindern regelmäßig oder häufig bei den Hausaufgaben zu helfen.

Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer ist dieses Ergebnis wenig überraschend. "Die Schule in Österreich setzt derzeit auf die Mütter als gratis Hausaufgaben- und Nachhilfebetreuerinnen. Dieses System ist völlig antiquiert und ungerecht, weil dabei Förderung und schulischer Erfolg der Kinder vom Ausbildungsgrad und vom sozialen Status der Eltern abhängen", kritisiert der AK-Präsident.
Für die Arbeiterkammer muss es eine gute Schule schaffen, dass alles in der Schule erledigt wird und zu Hause keine Aufgaben mehr zu machen sind. So bleibt daheim Zeit für die Familie. Notwendig ist also der Ausbau qualitätsvoller Ganztagsschulen mit ausreichender Förderung der Kinder.

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Studie: 45 Prozent der Kinder verspüren laut Angaben der Eltern Leistungsdruck in der Schule. "Auch das wirft ein schlechtes Licht auf unser Schulsystem", sagt AK-Präsident Kalliauer. Der Leistungsdruck wäre geringer, würden die Kinder nicht bereits so früh selektiert. Eine gemeinsame Schule bis zum Alter von 15 Jahren würde nicht nur viel Druck herausnehmen, sondern auch viel bislang ungenutztes Potenzial zur Entfaltung bringen. Ohne dabei die Leistungen der besonders Begabten zu schmälern.

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