Neues Volksblatt: "Treu geblieben" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. Juli 2010

Linz (OTS) - So ist das mit den Orakeln. Sie sagen etwas, aber sie sagen es so, dass in der Deutung genug Spielraum bleibt. Auch Heinz Fischer hat gestern in seiner Antrittsrede in manchen Passagen diesen Spielraum gelassen - beispielsweise, wenn er von einer "nach innen differenzierten Schule der Zehn- bis 14-Jährigen" spricht. Auch der Wunsch nach einem geregelten Zugang zu den Unis, der zur bestmöglichen Auslastung, einer geringeren Dropout-Rate, einer höheren Akademikerquote und besseren Studienbedingungen führt, lässt viel Interpretationsspielraum. Da ist von Zugangsbeschränkungen bis zu Studiengebühren einiges möglich.
Anderswo war Fischer aber auch unmissverständlich: Ortstafelfrage, Klimaschutz (wohl ein Danke an die Grünen für die Wahlempfehlung), politische Kultur, wahrheitsgemäßer Umgang mit der Geschichte oder sein Bekenntnis zur sozialen Symmetrie. Zumindest einen wesentlichen Punkt hat er aber ausgespart: Die von ihm selbst zur Diskussion gestellte Beschränkung des Bundespräsidenten auf eine achtjährige Amtszeit. Alles in allem hat Fischer nicht überrascht - und ist damit seiner Prämisse treu geblieben, dass der Bundespräsident nicht "der Lauteste im Stimmengewirr der Politik" sein müsse.

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