"KURIER"-Kommentar von Patricia Haller: "Wirtschaftlicher Unfug"

Arigonas Schulbildung, finanziert aus Steuergeld, sollte Österreich nützen.

Wien (OTS) - Es sollen ein paar Tausend Fälle sein, die vom Vorschlag der Grünen auf ein Bleiberecht, das bei Kindern und Jugendlichen ansetzt, betroffen wären. Ist ein Asylverfahren trotz Mitwirkens der Betroffenen nach fünf Jahren nicht entschieden, würden die Grünen diesen jungen Menschen und ihren Erziehungsberechtigten Aufenthalt in Österreich gewähren. Nicht wenige Verfahren dauern hierzulande weit länger als fünf Jahre.
Die junge Frau, die kommende Woche mit ihrer Mutter und den beiden kleinen Geschwistern das Land in Richtung Kosovo verlassen wird, weil sie es muss, war zuletzt an einer berufsbildenden höheren Schule. Sie würde später gerne im Sozialbereich arbeiten. In ihre Schulbildung flossen viele österreichische Euro.
Wirtschaftlich gesehen ist die Ausweisung von Asylwerbern, die lange in Österreich leben, integriert sind und trotz schwieriger Gesetze Arbeit finden, ein Unfug. Ganz besonders dann, wenn es auch um Kinder geht, die hier aufwachsen, ausgebildet werden und zur österreichischen Gesellschaft zählen. Wer zählt, zahlt später im Regelfall auch Steuern und Sozialabgaben.
Elendslange Verfahren hat der Gesetzgeber durch zig Novellen mitverursacht. Arigona heute hinauszuwerfen, ist neben der Unmenschlichkeit ein Verlustgeschäft.

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