Kriminalitätsbekämpfung: Sicherheit gestalten für Österreich

Tirol: Klärung von zahlreichen Straftaten

Wien (OTS) - Der Erfolg gibt der Polizei Recht die österreichische Polizei hat auf die neuen Herausforderungen schnell, flexibel und vor allem erfolgreich reagiert.

Der in der ersten Jahreshälfte 2009 steigenden Kriminalität im Bereich Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Wohnhäuser und der Kfz-Diebstahl wurde unter anderem mit sichtbaren Maßnahmen der SOKO-Ost entgegengewirkt. Auch das vom Bundeskriminalamt ausgearbeitete Maßnahmenpaket mit intensiven Strukturermittlungen und deren konsequente Umsetzung durch die Sicherheitsbehörden zeigt eine deutliche Wirkung. "Wie uns die Zahlen in der neuesten Kriminalstatistik beweisen, greifen die Maßnahmen und Strategien", sagte General Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamts.

Auch ist in einem hohen Maße der Einsatzwille, das Engagement, das Fachwissen und die besondere Teamfähigkeit eines jeden einzelnen Polizisten und Polizistin in den Bundesländern dafür verantwortlich, dass Österreich weiterhin zu den sichersten Ländern der Welt zählt.

Beispielhaft dürfen hier einige Fälle aus dem Bundesland Tirol angeführt werden:

Fall 1: Millionenbetrug mit gefälschten LKW-Frachtdokumenten in Tirol

Über Monate hinweg wurden mehrfach durch Vorlage von gefälschten Dokumenten LKW- Frachten betrügerisch erlangt. Die Täter erhielten über Frachtbörsen Zuschläge zu Frachtausführungen für Tiroler Firmen. Insbesondere betraf es Frachten von Tirol nach Deutschland oder in die Slowakei. Die Täter bestückten die LKW mit gefälschten Kennzeichen und legten bei der Abholung der Frachten in Tirol gefälschte Firmenbuchauszüge, Versicherungsbestätigungen, Frachtbriefe und gefälschte Dokumente (Ausweise, Führerscheine der Lenker) vor. Anhand dieser Unterlagen täuschten sie die Auftraggeber und erhielten die Frachten ausgehändigt. Die Tat wurde immer erst einige Tage später bekannt, nachdem die Fracht nicht an ihrem Bestimmungsort eintraf.

Nachdem sich diese Fälle bei einem Tiroler Unternehmen häuften und dort bereits ein Schaden von mehr als eine Million Euro entstanden war, wurden besondere Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Es erfolgten beinahe tägliche Kontrollen der LKW, die Waren von der Firma anholten, durch Beamte der zuständigen PI, der LVA und des LKA. Weiters wurden umfangreiche Ermittlungen im benachbarten Ausland Ungarn, Slowakei und Tschechien geführt, da der begründete Verdacht bestand, dass die Täter aus einem dieser Länder stammten. Nachdem zuletzt ein Hinweis über eine bedenkliche Vergabe einer Fracht aus einer Frachtbörse einging, wurde dieser LKW einer intensiven Kontrolle unterzogen. Dabei konnte tatsächlich festgestellt werden, dass die am LKW und dem Auflieger angebrachten Kennzeichen gefälscht waren. Bei der Durchsuchung des LKW wurden noch weitere Hinweise wie gefälschte Firmendokumente, Identitätskarte und Führerschein des Lenkers gefunden. Auch konnten die Originalkennzeichen entdeckt werden. Es war auch in diesem Fall beabsichtigt, die Ware mit einem Wert von mehr als Euro 100.000.- zu übernehmen und diese an weitere Hintermänner in der Slowakei abzuliefern.

Der Modus der Täter bestand darin aus der Frachtbörse wertvolle Frachten zu ersteigern. Es wurden dann über Strohmänner eigene Firmen gegründet und die LKW mit gefälschten oder gestohlenen Kennzeichen ausgerüstet. Die Fahrer wurden angewiesen mit den gefälschten Dokumenten die Waren in Tirol in Empfang zu nehmen und dann den LKW samt Ladung an die Hintermänner zu übergeben. Die Lenker fuhren mit dem LKW mit den Originalpapieren und Kennzeichen bis kurz vor den Firmenstandort in Tirol, wechselten dort die Kennzeichen und Papiere und nachdem sie die Fracht in Empfang genommen hatten, wechselten sie wieder die Kennzeichen und Papiere und fuhren mit der Beute zurück. Im Fall einer Kontrolle wäre der Betrug nicht aufgefallen, da die Fracht- und KFZ Papiere übereinstimmten

Fall 2: "Feuerteufel" - Klärung einer aufsehenerregenden Brandserie im Tirol Oberland

Ein unbekannter Täter legte in der Zeit vom 28. Jänner 2010 bis 12. Mai 2010 im dicht verbauten Ortsgebiet von Sautens im Bezirk Imst insgesamt vier Brände in landwirtschaftlichen Anwesen. Zwei der Brandstiftungen entwickelten sich zu Großbränden bzw. Feuersbrünsten, wodurch die Anwesen jeweils bis auf die Grundmauern nieder brannten. Bei zwei weiteren Brandlegungen war es nur dem Zufall zu verdanken, dass sich diese nicht zu Großbränden entwickelten und rechtzeitig gelöscht werden konnten. Die Brandlegungen konnten nur durch massive Feuerwehreinsätze unter Kontrolle gebracht bzw. bekämpft werden. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro, die genaue Höhe ist derzeit noch unbekannt. Personen wurden nicht verletzt, die Bewohner und das landwirtschaftliche Vieh konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Die Brandserie hatte intensivste polizeiliche Ermittlungen zur Folge, die sich auf Grund der Sach- und Ortslage als ausgesprochen schwierig erwiesen. Am 18. Mai 2010 führten diese Ermittlungen zur Ausforschung eines einheimischen, 20-jährigen Burschen, der nach eingehenden Vernehmungen ein umfassendes Geständnis ablegte.

Der Täter wurde am 19. Mai 2010 über StA-Auftrag in U-Haft genommen und in die JA Innsbruck eingeliefert.

Fall 3: Festnahme von zwei Polen nach Wohnungseinbrüchen in Tirol und Salzburg

Am 14. Mai 2010 verübten unbekannte Täter in den Tiroler Gemeinden, Silz, Gallzein und Achenkirch Wohnhauseinbrüche durch Aufzwängen und Einschlagen der Fenster und Terrassentüren. Beim Einbruch in Gallzein wurde von Zeugen ein roter PKW mit polnischen Kennzeichenfragmenten festgestellt. In ausgezeichneter Zusammenarbeit mit deutschen und polnischen Behörden konnte der Zulassungsbesitzer ausgemittelt werden. Er dürfte das Auto ersten Ermittlungen zu Folge weitervermietet haben. Am 9. Juni 2010 wurden wieder zwei Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser im Ortsteil Wald in Arzl im Pitztal, Bezirk Imst sowie in Inneralpbach, Bezirk Kufstein, angezeigt. Dabei beobachteten Zeugen wiederum einen rotfarbenen PKW.

Auf Grund eines bundesweiten Mitfahndungsersuchens mit dem Hinweis auf die Einbruchsserie vom 14. Mai 2010 gelang es am 10. Juni 2010 zwei Beamten der PI Saalfelden nach Anzeige eines weiteren Wohnhauseinbruches im Gemeindegebiet von Saalfelden und einer sofort ausgelösten Alarmfahndung den bereits im Mai 2010 in Gallzein festgestellten roten PKW anzuhalten und die Insassen einer Intensivkontrolle zu unterziehen. Auf Grund der vorgefundenen Werkzeuge konnte ein eindeutiger Tatzusammenhang zum Einbruchsdiebstahl in Saalfelden festgestellt werden.

Beamte des Landeskriminalamtes Tirol übernahmen die weitere Fallbearbeitung. Bei der Erstvernehmung auf der PI Zell am See, war einer der Beschuldigten zu den Einbruchsdiebstählen in Arzl im Pitztal, Inneralpbach und Saalfelden geständig. Die Tatbeteiligung bei den Einbrüchen im Mai 2010 wurde vorerst bestritten. Nach einer weiteren Untersuchung der Hohlräume im Fahrzeug konnte auch noch der in Arzl im Pitztal gestohlene Schmuck sichergestellt werden. Die Beschuldigten waren in Besitz von Landkarten aus mehreren österreichischen Bundesländern und aus der Schweiz. Der Spurenabgleich zu weiteren Tatorten im Bundesgebiet und in den angrenzenden Ländern wurde eingeleitet. Die beiden Beschuldigten sind in Polen bereits wegen Eigentumsdelikten vorgemerkt. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Innsbruck geleitet, die Untersuchungshaft gegen die zwei polnischen Staatsbürger wurde verhängt.

Für nähere Informationen steht Ihnen das Landeskriminalamt Tirol gerne zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

Helmut Greiner, Oberst
Pressesprecher des Bundeskriminalamts
Tel.: 0664 813 21 28

Landeskriminalamt Tirol
Journaldienst
Tel.: 059 133-703333

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BUK0007