Schluss mit Urlauberstaus in Europa

Stauwochenenden zeigen: Regierung und EU müssen endlich Europas Ferientermine abstimmen

Wien (TP/OTS) - Abgestimmte Ferienzeiten würden Österreich am meisten nützen. "Wenn alle gleichzeitig anreisen, kommt das dem Hotelier teuer - und letzten Endes auch dem Gast", so Sepp Schellhorn, CoPräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Österreichs Regierung ist gefordert, endlich eigene Maßnahmen zu setzen und die EU zu einer wirksamen Koordinierung zu bewegen. EU-Kommissar Tajanis Tourismusstrategie ist ein guter Anfang, aber jetzt müssen Taten folgen.

Die kommenden Stauwochenenden zeigen es wieder - Feriengäste steckten stundenlang im Stau, Abgase belasteten Umwelt und Anrainer. Wenn alle auf einmal kommen, steigen auch die Kosten für die Hoteliers - und die Preise für die Gäste. Nach der ersten Urlauberwelle vergangenes Wochenende starten diese Woche die sechs westlichen und fünf deutsche Bundesländer in die Ferien. Die Autofahrerclubs rechnen angesichts zahlreicher Baustellen und Engstellen bereits mit massiven Staus. "Es ist höchste Zeit, dagegen etwas zu unternehmen", erklärt Schellhorn. Der Nationalrat wird in seiner Sitzung am Freitag - mittels Entschließungsantrag aller Parteien des Tourismusausschusses - Tourismusminister Mitterlehner und Unterrichtsministerin Schmied beauftragen, die Koordinierung der Ferientermine in der EU voranzutreiben. "Diese Aufforderung an die Bundesregierung darf nicht schubladisiert werden", mahnt Schellhorn im Namen der österreichischen Hotellerie.

Regierung wird zum Handeln aufgefordert

Eine jahrelange Forderung der ÖHV wurde im Tourismusausschuss aufgenommen und im Nationalrat bereits einstimmig im Zuge eines Entschließungsantrages aller Parteien beschlossen. Mit diesem Antrag wird der Nationalrat in seiner Plenarsitzung am Freitag Tourismusminister Mitterlehner und Unterrichtsministerin Schmied beauftragen, die Koordinierung der Ferientermine in der EU voranzutreiben.

EU entdeckt den Tourismus

Pünktlich vor dem ersten Ferienstau-Wochenende hat EU-Kommissar Antonio Tajani eine Strategie für den europäischen Tourismus präsentiert: Neben weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sollen die Mitgliedsstaaten die Ferienzeiten besser koordinieren. "Das soll, so Tajanis Plan, auf freiwilliger Basis geschehen. Es ist zu wünschen, dass das der richtige Weg ist", so Schellhorn.

Allein dass die EU-Kommission das Thema aufgegriffen hat, wertet der ÖHV-CoPräsident als wichtigen Schritt: "Die derzeitige Situation ist ökonomisch und ökologisch fatal. Die EU will mit neuen Glühbirnen, Duschköpfen und Stand-by-Regeln den CO2-Ausstoß senken. Gleichzeitig werden jedes Jahr kilometerlange unnötige Staus provoziert."

Tourismusnation Österreich soll Vorreiter werden

Auch von Konsumenten- und Elternvertretern erwartet Schellhorn Unterstützung: "Wenn ganz Europa an vier Wochenenden in Urlaub fahren, kommt das allen Beteiligten sehr teuer", so Schellhorn. Reisen in der Nebensaison wurden in den vergangenen Jahren verstärkt angenommen - von denen, die sich die Zeit gut einteilen können:
"Familien mit ohnehin höheren Belastungen wird diese Möglichkeit durch die derzeitige Ferienordnung genommen", so Schellhorn.

Um die Umsetzung von Tajanis Programm zu forcieren, solle Österreich eine Vorreiterrolle einnehmen: "Davon würden wir selbst am meisten profitieren", so Schellhorn. Österreich, so sein Vorschlag, solle in einem ersten Schritt die bestehende Schulautonomie besser nutzen. In einem weiteren Schritt könnte Österreich die Ferientermine mit den wichtigsten Herkunftsländern koordinieren. "Mittelfristig wäre das durchaus machbar, wenn Österreichs Politik genug Mut gegen den Widerstand der Lehrergewerkschaft aufbringt", so Schellhorn.

Die ÖHV vertritt die Interessen von 1.200 Betrieben der führenden Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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