Creditreform FIRMENINSOLVENZSTATISTIK, 1. Halbjahr 2010: 27 Insolvenzen pro Werktag

Eröffnete Firmeninsolvenzverfahren sinken um über 6%

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2010 zeigen die Fortsetzung der sich schon im 1. Quartal abzeichnenden Entwicklung. Die Unternehmensinsolvenzen sind um 5,2% auf 3.325 Verfahren zurückgegangen. Die Anzahl an eröffneten Verfahren ist dabei stärker gesunken. Über 1.719 Unternehmen (-6,3%) wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. In 1.606 Fällen (-4,1%) wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen. Die Hauptursachen für das Scheitern der Unternehmen liegen laut Creditreform-Befragung unter 1.700 Gläubigern im Kapitalmangel, in Managementfehlern und in der allgemeinen Wirtschaftslage. Dazu Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform: "Die heimischen Unternehmen haben dank der erfolgreichen Jahre zuvor der Krise gut getrotzt. Zum Verschnaufen bleibt aber keine Zeit. Risikomanagement bleibt das Gebot der Stunde."

Bundesländervergleich

Der Blick auf die Bundesländer zeigt bei vieren davon einen massiven Rückgang: Burgenland (-25%), Steiermark (-16,4%), Tirol (-15,2%), Kärnten (-13,4%). Zuwächse hingegen musste nur Vorarlberg (+45,5%) hinnehmen. Die höchste Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit über 12 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt 9 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt.

Branchenvergleich

Die am stärksten betroffenen Branchen sind die Branche "Verkehr-und Nachrichtenübermittlung" mit über 17 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen und das Bauwesen mit über 16 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen. Die höchsten Zuwächse konnten die Branchen "Kredit- und Versicherungswesen" (+37,5%) und die "Unternehmensbezogenen Dienstleistungen" (+28,7%) verzeichnen. Hingegen gingen die Insolvenzen in der Branche "Sachgütererzeugung" um 32,8% zurück. 7 von 1.000 Unternehmen wurden hier insolvent.

Conclusio 1. Halbjahr 2010

Den Rückgang bei den Firmeninsolvenzen im zweiten Jahr der Krise konnte niemand vorhersehen. Spekulationen helfen wie auch in anderen Bereichen nicht weiter. In der Seemannssprache kann man aber festhalten, dass die österreichischen Unternehmen immer etwas mehr als handbreit Wasser unter dem Kiel hatten. Die im Vergleich mit deutschen Unternehmen relativ gute Ausstattung mit Eigenkapital bzw. die Flexibilität sich auf die neue Großwetterlage (Stichwort Kurzarbeit) einzustellen sowie die Konjunkturpakete der Regierung, haben es vielen Unternehmen erlaubt, durch die Krise zu segeln. Dazu kam, dass die heimischen Banken sich verstärkt bemüht haben, ihre Kunden zu halten und durch die schweren Zeiten zu manövrieren. Die wirklich schlecht aufgestellten Unternehmenstanker konnte auch dies nicht retten und liefen auf Grund. Es bleibt abzuwarten, wie stark und schnell sich die Konjunktur erholt und wie viel Durchhaltevermögen die Unternehmen haben. Risikomanagement bleibt nach wie vor das Gebot der Stunde für jeden sorgsamen Kaufmann, der das Ruder fest im Griff hat.

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