Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK, 1. Quartal 2010: 43 Insolvenzen pro Werktag

5.275 Privatpersonen wurden insolvent

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsol-venzstatistik für das 1. Halbjahr 2010 zeigen ein weiteres Ansteigen der Insolvenzverfahren von Privatpersonen (+1,0%, 5.275 Fälle). Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist hierbei aber nur mehr leicht um 0,7% auf 4.594 Verfahren angestiegen, während sich die mangels Masse abgewiesenen Insolvenzanträge um 3,7% auf 681 Verfahren erhöht haben. Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in der für Österreich relativ hohen Arbeitslosigkeit. Ohne Job und Einkommen verfügen viele Privatschuldner nicht mehr über die Mittel zur Entschuldung mittels Insolvenzverfahren. Die Insolvenzursachen liegen im richtigen, besser - im falschen Umgang mit Geld, in Einkommensverschlechterungen sowie im familiären Bereich.

Bundesländervergleich: 8 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in der Steiermark (+10,9%), in Tirol (+4,4%) und in Wien (+4,1%) die Insolvenzen am stärksten angestiegen sind. In Salzburg (-12,7%), Vorarlberg (-7,1%) und Niederösterreich (-5,8%) sind sie hingegen gesunken. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen ist die Bundeshauptstadt mit 2.033 Fällen wie auch in der relativen Insolvenzbetroffenheit: Mehr als 15 von 10.000 erwachsene Wiener wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen 8 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 1. Halbjahr 2010: Vorsorge ist gefragt

Der private Konsum hat trotz der Wirtschaftskrise in Österreich erfreulicherweise kaum nachgelassen. Dies hat mit dazu beigetragen, dass die Rezession weniger stark als in anderen Ländern ausgefallen ist. Die de facto Stagnation bei den Privatinsolvenzen ist ein weiteres positives Zeichen für die Wetterfestigkeit der österreichischen Volkswirtschaft. Dennoch muss die Öffentlichkeit und Politik dafür sorgen, dass Schuldenmachen - mehr Geld auszugeben als man hat - vor allem wenn dann noch unerwartet der Job verloren oder eine Ehe in Brüche geht, auch zu bitteren Konsequenzen führen kann. Diese Botschaft sollte schon Jugendlichen in der Schule in einem eigenen Unterrichtsfach beigebracht werden. Das wäre die beste Insolvenzprophylaxe und Vorsorge.

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