Neues Volksblatt: "Gescheiter" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 7. Juli 2010

Linz (OTS) - "Man wird doch wohl noch gescheiter werden dürfen!" Dieser Satz, mit dem Bruno Kreisky Hinweise auf frühere anderslautende Aussagen abgetan hat, gilt auch heute noch; auch für die Grünen.
So haben die Grünen in Oberösterreich zum Beispiel in Sachen Wasserkraft viel dazu gelernt. Heute veranstaltet deren Chef, Landesrat Rudolf Anschober, der in den Neunzigerjahren einer der Wortführer im Kampf gegen das Kraftwerk Lambach war, eine Pressekonferenz zum Thema "Oberösterreich setzt auf mehr Strom aus Wasserkraft"; auch durch Neubau, wie er betont.
Die oö. Grünen haben also dazugelernt, deshalb sind sie auch regierungsfähig.
Anderswo, in Wien etwa, haben die Grünen ganz andere Probleme als die Energieversorgung. Dort wird diskutiert, ob das Wort "man" nicht frauenfeindlich sei; in einer Zeitschrift der Grünen heißt es statt "... hört man Beschwerden" allen Ernstes "... hört mensch Beschwerden".
Nicht klar wurde in dem Artikel, ob auch bei Wörtern wie manchmal, Mandarine oder Mandoline das "Man" durch "Mensch" ersetzt werden muss.
Bei "Mangel" ist es klar: Dieses Wort ist negativ besetzt, daher darf es so "männlich" bleiben wie es ist.
Ob auch diese Leute jemals noch gescheiter werden?

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