Neues Volksblatt: "Ballast" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 6. Juli 2010

Linz (OTS) - Es gibt viele Menschen, wie den Schreiber dieser Zeilen, die mit ihren Handys außer telefonieren, SMS schreiben und lesen, Sprachmitteilungen abhören und die Weckzeit eingeben nicht viel anfangen können. Die restlichen 100 oder mehr Seiten der Bedienungsanleitung bleiben ungelesen.
Für diese altmodischen Menschen, deren technische Begabung und technisches Interesse sich in engen Grenzen halten, ist es eine Horrorvorstellung, dass sie künftig frische Luft nicht mehr durch das offene Fenster sondern durch eine Filtermaschine bekommen sollen. "Kontrollierte Wohnraumbelüftung" nennt sich das System, das uns künftig sogar beim Lüften kontrollieren soll.
So schließt sich der Kreis zwischen Rauchern und Frischluftfanatikern: Beide müssen vors Haus, wenn sie einen tiefen Zug nehmen wollen. Raucher links, Frischluftfanatiker rechts vom Haustor; oder umgekehrt, je nach Windrichtung.
Das ist aber nicht die einzige Kuriosität in den Gesetzen und Verordnungen rund ums Bauen. Deshalb gibt es jetzt Bestrebungen, die einschlägigen Vorschriften zu durchforsten und von diesen kuriosen, lästigen und - vor allem! - teuren Ballast zu befreien. Damit der soziale Wohnbau seinen Namen wieder verdient.

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