Neues Volksblatt: "Freude" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 2. Juli 2010

Linz (OTS) - Die Eltern seien sehr angetan und die Kinder gingen gern in die Neue Mittelschule, freute sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied mit dem Hinweis auf eine Studie des IFES-Instituts. Muss uns das überraschen?
Eher nicht. Denn die Schulzufriedenheit - mit und ohne Neue Mittelschule - ist in Österreich traditionell recht groß; unter rund 35 OECD-Staaten liegt Österreich im Spitzenfeld. Schlusslicht ist übrigens das von sogenannten fortschrittlichen Bildungspolitikern und -experten gepriesene Finnland. Und dass ein Schultyp gut ankommt, der von der Ministerin mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet und mit viel Geld beworben wird, ist wohl eine Selbstverständlichkeit.
Man darf annehmen, dass jede Hauptschule unter den gleichen Voraussetzungen genau so abschneiden würde wie der bildungspolitische Lieblingskind der Ministerin.
Die Eltern berührt das politische Tauziehen um Gesamtschule und Neue Mittelschule übrigens recht weinig. Sie wollen, wie eine oberösterreichische Bildungsumfrage zeigt, Handfestes, das den Kindern zugute kommt, wie weniger Schüler pro Klasse oder ausreichende Sprachkenntnisse aller Schüler als Voraussetzung für einen ordentlichen Unterricht.
Vergönnen wir der Ministerin ihre Freude - aber gerecht ist die schulische Zweiklassengesellschaft nicht!

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